Happy Birthday Der Transistor wird 70

70. Geburtsstag des Bipolartransistors
70. Geburtsstag des Bipolartransistors

Als eine Art Weihnachtsgeschenk an die Chefs könnte man die interne Präsentation des ersten Transistors, eingebaut in einem Mikrofonverstärker, am 23. Dezember 1947 in den Bell Labs bezeichnen. Eine Erfindung, die unsere Welt noch heute beeinflusst.

Bereits am 16. Dezember 1947 gelang es drei Wissenschaftlern in den Bell Labs – John Bardeen, Walter Houser Brattain und William Bradford Shockley – einen funktionierenden Transistorverstärker zu bauen. Sie arbeiteten mit Germanium-Spitzendioden und entdeckten, dass sich der Strom durch die Diode mit Elektroden in der Nähe der Kontaktspitze verändern lässt. Dabei stellten sie auch eine Verstärkung fest. Die Änderung des Diodenstroms entsprach einem Vielfachen des Steuerstroms.

Ihr Funktionsmuster eines Spitzentransistors erreichte am 16. Dezember 1947 eine Leistungsverstärkung von 100. Dieser Bipolartransistor wurde dann am 23. Dezember 1947 in einem Mikrofonverstärker der Leitung der Bell Telephone Laboratories Inc. vorgeführt.

Es dauerte noch bis zum 22. Juni 1948 bis die Erfindung dem US-amerikanischen Militär und weiteren Technikern bei den Bell Labs präsentiert wurde. Erst nachdem das Militär die Erfindung nicht als geheim zu haltendes Wissen einstufte, konnte die Arbeit veröffentlicht werden. Der entsprechende Aufsatz erschien am 25. Juni 1948 in der Zeitschrift Physical Review [1].

Dem Spitzentransistor folgte 1950 der Flächentransistor, der ebenfalls in den Bell Labs erfunden wurde. Beschrieben wurde er von Shockley zwar schon 1948, aber realisiert wurde er erst nach dem Spitzentransistor.

Für ihre »Untersuchungen über Halbleiter und ihre Entdeckung des Transistoreffekts« wurden die drei Forscher 1956 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

 

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70. Geburtstag Transistor

1947, einen Tag vor Heiligabend, präsentierten drei Forscher des Bell Labs den ersten Transistorverstärker ihren Chefs.

Start der Transistorproduktion

1951 startete Western Electric, einer der beiden Anteilseigner der Bell Laboratories, die Serienproduktion von Spitzentransistoren.  Erster Anwender war das Unternehmen Sonotone, das am 29. Dezember 1952 mit dem Modell 1010 ein Hörgerät mit zwei Röhren und einem Transistor in der Ausgangsstufe vorstellte. Ende 1953 waren dann die Röhren aus den Hörgeräten vollständig verbannt – nicht nur bei Sonotone (Model 1111 mit drei Transistoren) auch bei anderen Herstellern.

Zum Massenprodukt wurde der Transistor aber erst nachdem Texas Instruments zum Verkauf seiner Germanium-Transistoren ein Joint-Venture mit dem Unternehmen Regency einging.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 1954 brachte Regency das erste tragbare Transistorradio auf den Markt. Der TR-1 mit vier Germanium-Transistoren von TI war ein Überlagerungsempfänger für den Mittelwellenbereich und lief mit einer 22,5-V-Batterie.

Damit begann der Siegeszug der Halbleitertransistoren, der mit der Integration ganzer Schaltungen auf einen Halbleiterkristall sich noch beschleunigte.

Am 12. September 1958 präsentierte Jack Kilby, der im gleichen Jahr erst bei Texas Instruments begonnen hatte, die erste funktionierende Schaltung auf einem Halbleiterkristall (Germanium), ein Flip-Flop.

1960 lieferten die beiden Firmen Fairchild Semiconductor und Texas Instruments bereits erste ICs an die US-Regierung – für die Raumfahrt und für das Militär.

Literatur

[1] Bardeen, J.; Brattain, W. H.: The Transistor. A Semi-Conductor Triode. Physical Review, 1948, H. 74, S. 230–231.