Intel COO Brian Krzanich wird Nachfolger von Paul Otellini

Brian Krzanich: Als Intels Chief-Operating-Officer ist er Herr über die legendären Intel-Fabs mit Leading-Edge-Prozesstechnik, die dem Chip-Giganten einen zeitlichen Vorsprung von mindestens 2 Jahren vor TSMC & Co. verschafft. Seit 1982 arbeitet er bei Intel. 1999 wurde er mit dem Intel Achievement Award ausgezeichnet. Krzanich besitzt einen Bachelor in Chemie.
Brian Krzanich wird Nachfolger des Noch-Intel-CEO Paul Otellini.

Intel hat ein Problem: Der PC-Markt ist rückläufig und bei den Mobilgeräten dominiert die Konkurrenz. Die Meinung der elektroniknet-Leser war folgerichtig klar: Als Nachfolger von Paul Otellini, der am 16.Mai zurücktritt, muss ein Mobil-Chip-Manager an Intels Spitze – Intels Aufsichtsrat tat ihnen freilich diesen Gefallen nicht.

Der 52-jährige Chief-Operating-Officer Brian Krzanich wird neuer CEO von Intel und Paul Otellini nachfolgen, der am Rande der Aktionärsversammlung am 16. Mai zurücktreten wird.

Waren bislang alle CEOs in Personalunion auch President, wird diese ab dem 16. Mai erstmals aufgebrochen: Die 48-jährige Software-Chefin Renée James wird zum President befördert und Intel zusammen mit Krzanich leiten. Renée James führt nicht nur die Software-Sparte von Intel selbst, sondern sitzt auch in den Aufsichtsräten der Intel-Töchter McAfee und Wind River sowie bei VMware.

Die elektroniknet-Leser können mit dieser Wahl offenbar nicht viel anfangen: In unserer Umfrage “Wer soll Nachfolger von Paul Otellini werden?” bekam Krzanich lediglich 5,26 % Zustimmung, bei James waren es sogar nur 4,39 %.

Mit fast 30 % (genau sind es 29,82 %) war Noch-ARM-CEO Warren East klarer Favorit der elektroniknet-Leser. East baute den Prozessor-IP-Lieferanten derart erfolgreich auf, dass die Marktanteile von ARM-Cores in Smartphones und Tablets mittlerweile über 95 % aller Geräte auf dem Markt ausmachen. Die wichtigsten Chip-Lieferanten (inklusive Apple mit seinen A4-, A5- und A6-Chips für iPhone und iPad) hängen allesamt von ARM ab.Ohne East und seine Leute geht in diesen Märkten rein gar nichts mehr.

Mit mehr als 10 % Abstand und genau 19,3 % belegt Hermann Eul Platz 2 in der Lesergunst. Eul war als Vorstand bei Infineon für das Wireless-Geschäft verantwortlich, bevor dieses an Intel verkauft wurde. Unter seiner Führung wurden 2G- und später 3G-Chips entwickelt, die sich sogar in mehreren iPhone-Generationen wiederfanden.

Platz 3 ging mit 11,4 % an Pat Gelsinger, den ehemaligen CTO von Intel, der jetzt als CEO von VMWare arbeitet.

Den internen Intel-Top-Managern trauen zumindest die elektroniknet-Leser nur bedingt zu, Intel in eine gute Zukunft zu führen: Der für das Chip-Design verantwortliche Chief-Product-Officer Dadi Perlmutter kam als bester Intel-Executive-VP auf 11,3 %, CFO Stacy Smith landete mit 1,75 % abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Interessant war, dass zumindest 7 % sich einen anderen als einen der vorgeschlagenen Kandidaten gewünscht hätten. Genannt wurden u.a. Eric Schmidt, Chef des Verwaltungsrates bei Google, TIs CEO Richard Templeton und Nvidias Gründer und CEO Jen-Hsun Huang. Letzterer ist zwar mit dem “Mobilgeräte-Gen” aufgewachsen, aber im Vergleich zu Intels Umsätzen ist Nvidia ein Zwerg – ob der Aufsichtsrat Huang die Führung Intels zutrauen würde, war daher von Anfang an zweifelhaft.