Globalfoundries CEO und COO gefeuert

Die Foundry Globalfoundries hat überraschend CEO Doug Grose und COO Chia Song Hwee aus ihren Ämtern enthoben. Interims-CEO wird Ajit Manocha, der zuvor u.a. für Spansion und NXP tätig war.

Nachdem die Mubadala Development Company ihre Anteile am Automobilhersteller Ferrari verkauft und dafür Globalfoundries Mehrheitseigner ATIC gekauft hatte, war mit einem Management-Wechsel bei ATIC zu rechnen. Dass die größten Veränderungen nun aber Globalfoundries betrafen, kam für die meisten Branchenkenner eher überraschend.

Doug Grose, seit Gründung von Globalfoundries deren CEO, wurde auf einen Beraterposten abgeschoben. Da sein Vetrrag ja noch läuft, hätte man ihn ohnehin weiterbezahlen müssen. COO Chia Song Hwee wird zukünftig - so die offizielle Sprachregelung - "Teil des Geschäftes in Singapur werden". Anders formuliert: Der frühere President und CEO von Chartered Semiconductor wird sich wieder um seine alten Fabs kümmern.

Industrie-Veteran Ajit Manocha wurde als Interims-CEO eingesetzt und wird diesen Posten bis 2012 innehaben, James A. Norling wird Executive Chairman und Ibrahim Ajami, der CEO von ATIC ist, wird die Rolle des stellvertretenen Chairmans übernehmen.

Ajit Manocha kann auf eine über 30jährige Karriere in der Chip-Industrie zurückblicken. Er arbeitete für Spansion (Joint-Venture von AMD und Fujitsu), NXP, AT&T Microelectronics und Bell Laboratories. Er hält Dutzende von Patenten und wird vermutlich, wenn Globalfoundries einen neuen CEO gefunden hat, weiterhin als Berater für Globalfoundries tätig sein.

Für James A. Norling ist es eine Art zweite Karriere in der Halbleiter-Branche. Von 1965 bis 2000 arbeitete er 35 Jahre für Motorola, 2000 trat er von seinem Posten als President des Personal-Communications-Bereiches (anders formuliert: Dem Handy-Bereich) zurück. 2001 trat er in den Aufsichtsrat von der Foundry Chartered Semiconductor ein, in dem er selbst nach der Aquisition durch ATIC in 2010 blieb. Er arbeitete weiterhin auch für den Motorrad-Hersteller Harley Davidson.

Ibrahim Ajami, seit November 2008 CEO von ATIC, war zuvor bei Mubadala tätig, wo er für die Investition in den Prozessorhersteller AMD im Jahr 2007 verantwortlich zeichnete.

Globalfoundries investierte bis Ende Mai 2011 über 6 Mrd. Dollar, davon im März 2009 2,1 Mrd. Dollar in die AMD-Fertigung in Dresden, im Dezember 2009 3,1 Mrd. Dollar in die Foundry Chartered Semiconductor in Singapore, und bislang eine Mrd. Dollar in eine neue High-End-Fab in East Fishkill, New York. Bis Ende 2012 wird ATIC weitere 6 Mrd. Dollar in die Fabs in Dresden, Singapore und New York stecken sowie mit dem Bau einer weiteren Fab in Abu Dhabi beginnen.