Freescale Börsengang in den nächsten zwei Wochen

Der Halbleiterhersteller Freescale, dessen Haupteigentümer die Private-Equity-Firma Blackstone ist, soll innerhalb der nächsten zwei Wochen seinen schon lang erwarteten Börsengang vollziehen. Die erwartete Einnahme von 1 Mrd. Dollar soll dazu verwendet werden, die hohe Schuldenlast zu reduzieren.

Das Angebot von 43,5 Mio. Aktien an der New Yorker Börse NYSE wird mit einem Preis von 22 bis 24 Dollar pro Aktie platziert. Freescale will mit dem Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt von dem wiedererstarkten Interesse von Investoren an der Chip-Industrie profitieren. Der Börsengang wird von den Banken Citi, Deutsche Bank Securities, Barclays Capital, Credit Suisse und JP Morgan durchgeführt.

Als Freescale 2006 von Blackstone und einigen weiteren Private-Equity-Firmen für 17,6 Mrd. Dollar gekauft wurde, wurden dem Chip-Hersteller Schulden in Höhe von 9,4 Mrd. Dollar aufgeladen, was alleine zu jährlichen Zinszahlungen in Höhe von 800 Mio. Dollar geführt hat.

Der Umsatz von Freescale im Jahr 2006 betrug 6,36 Mrd. Dollar mit einem EBITDA in Höhe von 1,63 Mrd. Dollar. 2010 erzielte man einen Umsatz von 4,4 Mrd. Dollar und einen Verlust in Höhe von 1,05 Mrd. Dollar, im ersten Quartal 2011 wurden bei einem Umsatz von 1,19 Mrd. Dollar 3 Mio. Dollar Verlust eingefahren.

In den letzten drei Jahren wurden 10 % des Gesamtumsatzes von zwei Firmen, nämlich dem Autozulieferer Continental und Motorola, erzielt. Im Jahr 2010 wurden 44 % des Umsatzes von den größten 10 Kunden generiert.

Obwohl Freescale seine Schulden schon teilweise zurückgezahlt hat, verbleiben immernoch 7,62 Mrd. Dollar Restschulden, für die 2010 537 Mio. Dollar Zinsen gezahlt werden mussten. Zudem wird 2012 eine Rückzahlg von Schulden in Höhe von 764 Mio. Dollar fällig.

Blackstone ging 2007 selbst an die Börse und nahm dabei 4,1 Mrd. Dollar ein. Für Konzern-Chef Stephen Schwarzman fielen damals im Zusammenhang mit dem Börsengang alleine 677 Mio. Dollar ab, im Gesamtjahr 2007 verdiente er rund 5 Mrd. Dollar, was ihn zu einem der reichsten Manager an der Wall-Street machte.