Erneut Rendite von über 50 Prozent ARM wächst ungebremst weiter

ARMs CEO Simon Segars wünscht sich mehr Gründer von "Garagenfirmen", um das Internet der Dinge voranzutreiben.
ARMs CEO Simon Segars kann weiterhin zufrieden sein - Umsatz und Gewinn stiegen auch im 2. Quartal 2014.

Der IP-Hersteller ARM, bekannt für seine Cortex-M-, A- und R-CPU-Cores, hat seine Erfolgsgeschichte auch im 2. Quartal 2014 fortgeschrieben. Nicht nur der Umsatz wuchs weiter, sondern man konnte auch die extrem hohe Umsatzrendite von über 50 % vor Steuern halten.

Mit einem Umsatz von 309,6 Mio. Dollar konnte ARM gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 17 % zulegen, der Gewinn vor Steuern stieg von 133,36 auf 155,43 Mio. Dollar, was einer Umsatzrendite von 50,2 % entspricht. Damit konnte ARM den Rekord-Vorjahreswert von 50,45 % fast wieder erreichen.

Den größten Teil steuerten wie zu erwarten Lizenzeinnahmen für Prozessoren bei, deren Einnahmen um 42 % wuchsen. Dank erodierender Pro-Chip-Preise und dem überproportionalen Wachstum von Cortex-M-basierenden Mikrocontrollern, die vergleichsweise niedrige Verkaufspreise erzielen, stiegen die Royalties, also die Einnahmen, bei denen ARMs Lizenznehmer pro verkauftem Chip mit ARM-IP einen Anteil an ARM abführen, nur um 2 % aus 121,2 Mio. Dollar. Bei der Software und den Tools musste erstmals sogar ein Umsatzrückgang um 2 % hingenommen werden.

Embedded wächst weiter

War ARM noch vor wenigen Jahren eine Firma, deren Einnahmen fast ausschließlich aus der Handy-Industrie kommen, hat sich das Bild gewandelt. Zwar wurden immer noch 43 % aller ARM-basierenden Chips in Mobilgeräte verbaut, zeichnet Embedded mittlerweile für 35 % der Auslieferungen. Home kommt auf 5 % und Enterprise auf 17 %.

Bei den CPU-Cores hat die Cortex-M-Familie nun auch den Uralt-ARM7-Core überholt: 33 % aller Chips beinhalteten eine Cortex-M-CPU gefolgt von ARM7 mit 26 %, Cortex-A mit 19 % und ARM9 mit 15 %. Cortex-R-Chips kamen lediglich auf 4 % und Schlußlicht ARM11 auf 3 %.

Im 2. Quartal 2014 konnte ARM 41 neue Lizenzen verkaufen, davon allerdings nur 6 an Neukunden, d.h. Firmen, die zuvor noch keinen ARM-Core eingesetzt hatten. Da es sich bei den Neukunden ausschließlich um Cortex-M-Cores, d.h. Mikrocontroller-CPUs gehandelt hat, bleibt viel Raum zu spekulieren, welcher Chiphersteller zukünftig von einer proprietären Architektur auf ARM wechseln wird.

In Summe hat ARM damit in seiner Firmenhistorie bis heute 1121 Lizenzen verkauft, aus historischen Gründen führen immer noch ARM7, 9, 10 und 11 mit 531 Lizenzen vor dem jungen Cortex-M (240) und Cortex-A (178). Immerhin 16 Unternehmen wie Apple oder Qualcomm haben eine Architekturlizenz erworben, mit deren Hilfe sie eigene ARM-kompatible CPUs entwickeln können.

Erstmals seit Firmengründung wies ARM Ende Juni 2014 über 3.000 Mitarbeiter aus: Genau 3.044 Mitarbeiter bedeuten 244 mehr als Ende 2013.

Wenn Sie an den neusten Entwicklungen im ARM-Universum interessiert sind, können Sie Ihre Neugier auf der großen ARM-Konferenz für Systementwicklung am 8. und 9. Oktober in München befriedigen, auf welcher u.a. Top-Experten aus ARMs Firmenzentrale in Cambridge vortragen werden.