Quartalszahlen ARM legt im Embedded-Bereich deutlich zu

Die große Konferenz für ARM-Systementwicklung findet am 9. Juli in München statt.
Die große Konferenz für ARM-Systementwicklung findet am 9. Juli 2014 in München statt.

Der Prozessor-Entwickler ARM hat sich im 3. Quartal 2013 erneut von der Entwicklung des Halbleitermarktes abgekoppelt und Umsatz sowie Gewinn im Vergleich zum identischen Vorjahreszeitraum um jeweils 26 % gesteigert. Dabei wurde eine Umsatzrendite von unglaublichen 60 % erwirtschaftet.

Einige seiner Lizenznehmer dürften mit Neid auf die Prozessorschmiede ARM blicken:Mit 286,7 Mio. Dollar Umsatz im 3. Quartal 2013 wurde der Wert von Q3 2012 um 26 % übertroffen. Gleiches gilt für den Gewinn, der von 139 Mio. Dollar auf 174,1 Mio. Dollar angestiegen ist. Damit hat ARM eine Umsatzrendite von 60 % erzielt, ein Wert, von dem selbst hochrentable Unternehmen wie Linear Technology nur träumen können.

Schaut man ins Detail, stellt man fest, dass ARM im 3. Quartal 2013 alleine 48 neue Prozessor-Lizenzen (inklusive 5 für Mali-GPUs) verkaufen konnte. Davon betrafen 18 die Mikrocontroller-Familie Cortex-M, 15 die Applikations-Prozessoren Cortex-A und 4 die echtzeitfähigen Cortex-R-Cores. Daneben konnte eine neue Architekturlizenz verkauft werden, mit welcher Kunden wie Apple oder Qualcomm eigene Cores auf Basis der ARM-Architektur entwickeln können.

Interessant ist dabei, dass von den 48 Lizenzen deren 11 an neue Kunden gingen, die zuvor noch keinen ARM-Core lizensiert hatten - ein deutliches Zeichen, dass sich die Architektur immer weiter ausbreitet. Von den Cortex-A-Lizenzen betrafen 3 die neuen 64-bit-Cores Cortex-A53/A-57.

Die Lizenzeinnahmen stiegen folgerichtig in Q3 2013 um 52 % gegenüber Q3 2012, während die Royalties (also die Einnahmen, die pro verkauftem Chip durch einen von ARMs Lizenznehmern zu entrichten sind) nur um 14 % anstiegen - was immer noch deutlich über dem Gesamtmarkt liegt, der in diesem Zeitraum nur um 2 % gewachsen ist. Mit anderen Worten: Es wurden überdurchschnittlich viele Chips mit ARM-IP verkauft.

Die Einnahmen mit Tools blieben mit 12,1 Mio. Dollar unverändert, die Service-Leistungen stiegen um 27 % auf 14,4 Mio. Dollar an.

Embedded wächst und wächst

Wenn man sich die Marktanteile von ARM-Chips in den einzelnen Geschäftsbereichen anschaut, ist eine Entwicklung deutlich ablesbar: Der Embedded-Bereich steht mit einem Anteil von 29 %, getrieben primär durch Cortex-M-Mikrocontroller, so stark wie noch nie dar.  2010 lag der Anteil der Embedded-Chips im 3. Quartal noch bei 18 %  und 61 % SoCs für Mobilgeräte - jetzt beträgt deren Anteil "nur" noch 48 %. Das heißt, dass sowohl der Gesamtmarkt für ARM-Chips gewachsen ist, also auch der Anteil im Embedded-Markt.

Relativ stabil über einen langen Zeitraum sind die Marktanteile von Chips für Enterprise- und Home-Anwendungen mit 18% bzw. 5 %.

Im Jahr 2013 hat ARM seine Mannschaft um 364 Köpfe auf jetzt 2.756 Mitarbeiter vergrößert, von denen die meisten in Forschung & Entwicklung arbeiten.