Intel-CEO ARM-Geschäftsmodell für Intel uninteressant

Auf einer Analysten- und Investorenkonferenz zeigte Intel-CEO Paul Otellini kein Interesse an dem Core-Lizenz-Geschäftsmodell, das insbesondere von ARM und auch anderen Firmen wie MIPS praktiziert wird. Als Hauptproblem sieht er die Trennung der Wertschöpfungskette, die sich mehrere Anbieter teilen müssen.

Otellini führte aus, dass das Geschäftsmodell von ARM, bei dem Firmen synthetisierbare IP von Prozessor-Cores in eigene SoC-Designs integrieren und das Silizium bei Foundries fertigen lassen können, dazu führt, das der Gewinn, der mit einem Chip erzielt werden kann, unter mehreren Firmen (ARM, ARM-Lizenznehmer und Foundry) aufgeteilt werden muss.

Im Ergebnis weist Intel laut Otellini wesentlich höhere Gewinne aus, da Intel sowohl für die IP als auch für das Silizium bezahlt wird. Um erfolgreich zu sein, muss man nach seiner Ansicht nicht nur eine hervorragende Architektur, sondern auch eine Top-Implementierung ausliefern. Mit ARMs Lizenzmodell Geld zu verdienen, sei schwierig, was durch die Umsätze (Intel 33 Mrd. Dollar, ARM 500 Mio. Dollar) belegt sei. Wörtlich sagte er: "Heute haben wir die weitverbreitetste Architektur in Bezug auf die Zahl der installierten Cores und das beste Silizium auf der Welt".

Während seiner 45minütigen Rede hob Otellini hervor, dass Intel heute mehr sei als ein reiner Chip-Hersteller: Man liefere Prozessoren, Plattformen, Software und Service. Bis Ende des 1. Quartals 2010 hat Intel nach seiner Aussage 3,3 Mrd. Prozessor-Cores ausgeliefert, Ende 2010 erwartet er fast 4 Mrd. zu erreichen. Er führte aus: "Die Architektur, die verbreitetste auf der Welt, ist eine, für die täglich 14 Mio. Entwickler Software schreiben, und sie wird jeden Tag verbreiteter". Diese Aussage kam insofern überraschend, weil ARM nach eigenen Angaben bis heute mehr als 15 Mrd. Cores insbesondere für Handy-Applikationsprozessoren ausgeliefert hat, wo man einen Marktanteil von weit über 90 % besitzt.

Otellini hob ebenso hervor, dass "wir die einzige hochvolumige Architektur anbieten, die Abwärts- und Aufwärts-Kompatibilität von Generation zu Generation anbietet und Software-Investitionen schützt".

Als Treiber für neues Geschäft sieht Otellini wenig überraschend das Intenet, das nach seiner Aussage im Jahr 2009 weltweit für 18,8 Trillionen Minuten genutzt wurde. Auch wenn sich das Wachstum in den USA auf 4 % pro Jahr abgeschwächt habe, profitiere man von den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), die ein jährliches Wachstum von 20 % erzielen würden. China mit alleine 400 Mio. Internet-Nutzern bezeichnete Otellini als "Mutter aller Märkte".