Halbleiterindustrie Anzahl der Startups so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr

Die Halbleiterindustrie scheint für Startup-Unternehmen nicht mehr wirklich attraktiv zu sein - oder für die Investoren, die nicht mehr bereit sind, in derartige Firmen zu investieren. Eine Gartner-Studie zeigt, dass die Anzahl der Startup-Gründungen pro Jahr so niedrig ist wie zuletzt Anfang der 90er Jahre.

Insgesamt wurden laut Gartner in den letzten zwei Jahren 1,3 Mrd. Dollar in Halbleiter-Startups investiert. Die meisten von ihnen haben sich mit Wireless-Technologie, Power-Management und Optoelektronik beschäftigt.

In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Neugründungen stark zurückgegangen, die Anzahl der Neugründungen pro Jahr sinkt stetig. Diese Situation steht in krassem Gegensatz speziell vor und nach der Jahrtausendwende.Die meisten Chip-Firmen, die sich in Privatbesitz befinden, haben die Gründungsphase hinter sich und finanzieren sich aus dem laufenden Geschäftsbetrieb.

Ein Drittel der Investitionen wurde nicht von Investment-Firmen, sondern von großen Chip-Herstellern getätigt, die Startups gekauft haben. Motivation war in der Regel der Zugriff auf eine spezielle Technologie, weniger auf die (meistens noch dünne) Kundenbasis. Der Umfang einer Einzelinvestition betrug im Durchschnitt 12,4 Mio. Dollar, die höchste 74 Mio. Dollar.

Und noch eine interessante Entwicklung: Die Venture-Kapital-Geber bevorzugen mittlerweile Firmen, die über die frühe Gründungsphase hinausgekommen sind - hier stellt sich natürlich die Frage, woher dann das Geld kommen soll, überhaupt eine neue Firma zu gründen.