Endlich hat die Suche ein Ende AMD stellt neuen CEO vor

Rund acht Monate nach dem überraschenden Abgang von Ex-AMD-Chef Dirk Meyer hat der Prozessorhersteller einen neuen CEO gefunden. Künftig soll Rory P. Read, der vom PC-Hersteller Levono kommt, das Unternehmen führen.

Der erst 49 Jahre alte Rory Read war bei Levono, das 2005 das PC-Geschäft von IBM gekauft hatte, als Präsident und Chief Operating Officer (COO) für das Tagesgeschäft zuständig war. In seiner Ära konnte Levono eine zweistellige Umsatzsteigerung erzielen, zudem wurde das Monopol mit Intel-Prozessoren beendet. Bevor Read für Lenovo tätig war, arbeitete er 23 Jahre lang für IBM, wo er verschiedene Managementpositionen innehatte.

Read soll AMD zum weltweit führenden Chipentwickler machen, formulierte AMD-Chairman Bruce Claflin die Aufgabe für den neuen AMD-Chef. Als COO habe er Lenovo zu Wachstum verholfen. Read sei zudem ein strategischer Denker und habe eine natürliche Kundenorientierung. Durch seine Kontakte zu Levono hofft man bei AMD, bei dem PC-Hersteller, der in China einen Marktanteil von 32 % besitzt, noch besser ins Geschäft zu kommen. Gerade in dem Wachstumsmarkt China ist die Marke AMD weit bekannter als in den westlichen Märkten. Auch sein ehemaliger Arbeitgeber IBM stellt als Entwicklungspartner für AMDs Prozessentwicklung und Foundry-Strategie ein wichtigen Baustein dar, zumal AMDs Auftragsfertiger Globalfoundries Mitglied in IBMs "Fab-Club" ist. Read wird AMD dabei nicht von dessen Hauptsitz in Santa Clara im Silicon Valley, sondern aus Austin in Texas führen, wo AMD eine größere Niederlassung betreibt.

Thomas Seifert, der seit Januar 2011 als Interims-CEO AMD führt, wird künftig wieder seine Position als Finanzchef (CFO) des Unternehmen übernehmen. Auch Chairman Bruce Claflin gibt wieder Aufgaben ab, die er im Rahmen der Suche nach einem neuen AMD-Chef übernommen hatte.