ARM- und x86-Architektur AMD stellt Embedded-Roadmap für 2014 vor

AMD hat im Embedded-Markt eine lohnende Nische entdeckt.
AMD hat im Embedded-Markt eine lohnende Nische entdeckt.

Neben dem Ausbau der x86-Prozessoren verspricht AMD für 2014 auch eine 64-bit-ARM-Plattform mit bis zu acht Kernen für Kommunikationsinfrastruktur und Industrie.

Mit seiner G-Serie konnte AMD von Anfang an einen erfolgreichen Gegenspieler zu Intels Atom im Markt platzieren. Letztes Jahr folgte mit der R-Serie ein Baustein, der den Schwerpunkt auf Rechenleistung legt. Beide Prozessorserien werden 2014 ausgebaut. Außerdem kündigt AMD eine diskrete Embedded-Grafik mit sieben Jahren Langzeit-Lieferbarkeit an. Neuland betritt AMD mit einem ARM-SoC mit bis zu acht Cortex-A57-Kernen.

Dieser Octacore trägt den Codenamen »Hierofalcon« (Gerfalke) und soll Anwendungen in Rechenzentren, in der Kommunikationsinfrastruktur und industrielle Lösungen bedienen. Die bis zu acht Cortex-A57-Kerne sollen mit bis zu 2,0 GHz getaktet werden und steuern zwei 64-bit-Speicherkanäle im DDR3/4-Modus an. Die Peripherie wird über PCI Express 3.0 angesteuert und ein 10-Gbit-Ethernet für die Backplane ist bereits im Chip integriert. Weiterhin enthält das SoC einen Krypto-Coprozessor. Bezüglich der Leistungsaufnahme wird von einer TDP von 30 Watt für den 8-Core und 15 Watt für den 4-Core gemunkelt. Erste Muster soll es im zweiten Quartal 2014 geben; die Massenproduktion beginnt dann in der zweiten Jahreshälfte.

Die sparsame G-Serie soll im ersten Halbjahr ein neues Mitglied namens »Steppe Eagle« (Steppenadler) bekommen. Viele Details nennt AMD dazu noch nicht, außer dass die Performance-pro-Watt verbessert wird und die Taktfrequenz auf bis zu 2,0 GHz gesteigert wird. Sowohl CPU-Kern (»Jaguar«) aus auch Grafik (Graphics Core Next) sind weiterentwickelte Versionen.

Mit der R-Serie zielt AMD auf High-Performance-Anwendungen. Die nächste Generation dieser Prozessoren heißt »Bald Eagle« und wird mit bis zu vier »Steamroller«-Kernen bei 35 Watt TDP ausgestattet sein. Die Chips sind entweder als APU (mit Grafik) oder CPU (ohne Grafik) geplant. Die Bausteine zielen auf Digital-Signage-, Gaming- und andere grafikintensive Anwendungen.

Grafik-Prozessoren sind im x86-Markt ein besonderes Problem für den Embedded-Markt, da diese Bausteine meist nach einem Jahr schon wieder abgekündigt werden. Hier setzt AMD mit der diskreten Embedded-Grafik »Adelaar« ein Gegengewicht. Sie soll sieben Jahre lieferbar beiben. Als Multi-Chip-Modul gefertigt sind 2 GB Grafikspeicher gleich integriert. Die Radeon-Grafik unterstützt Windows und Linux sowie die Grafik-Standards OpenGL 4.2 und DirectX 11.1. AMD will das Grafikmodul als MXM-Modul (PCI-Express-Steckkarte für Notebooks) und als Standard-PC-Grafikkarte im ersten Halbjahr 2014 auf den Markt bringen.

Hierofalcon (Gerfalke) ist eindeutig das interessanteste dieser neuen »Vogel«-Produkte. Es ist nicht nur AMDs erster ARM-Prozessor (zusammen mit Seattle), sondern liefert mehr Rechenleistung als jeder andere der heute in Produktion befindlichen Embedded-ARM-Prozessoren. Hierofalcon wird mit High-End-ARM-Designs von AppliedMicro und Cavium konkurrieren, die ihre Chips allerdings primär auf auf Server ausrichten. Mit acht leistungsstarken 64-Bit-CPUs, Beschleuniger für die Daten-Verarbeitung sowie integriertes 10G-Ethernet und PCIe Gen3 wird Hierofalcon für Netzwerk- und Kommunikations-Anwendungen attraktiv sein.

Steppe Eagle ist ein kleines Upgrade der aktuellen Embedded-x86-Produkte. Wir glauben, dass AMD Ressourcen von den Low-Power-x86-Produkten zu seinen neuen ARM-Prozessoren, die in etwa die doppelte Rechenleistung von Jaguar bei etwa der gleichen Leistungsaufnahmem liefern, verschoben hat. In der Tat sollte der Acht-Core-Hierofalcon im gleichen Leistungsbereich wie Bald Eagle (weißköpfiger Seeadler) liegen, wobei die stärkere Integration zu einer niedrigen Leistungsaufnahme auf System-Ebene führen wird.

Diese Chips werden alle gegen Intels Avoton/Rangeley-Prozessoren antreten. Die Eagle-Prozessoren werden AMDs traditionelle x86-Kunden bedienen. Allerdings verfehlt jedoch Steppe Eagle die Rechenleistung von Avoton und Bald Eagle seine Energieeffizienz und Integration. Nur Hierofalcon hat das Potenzial, Avoton in allen drei Metriken Paroli zu bieten, so dass der Gerfalke die besten Chancen hat, auch tatsächlich abzuheben.