Renesas prognostiziert Verluste Abbau von 5000 Arbeitsplätzen, ab 28-nm-Prozess Fabless

Renesas Electronics prognostiziert bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2011 Verluste in Höhe von 80 Mrd. Yen (rund 914 Mio. Dollar) und wird daher seinen Eigentümern keine Dividende zahlen. Gleichzeitig sollen 1,2 Mrd. Dollar Kosten eingespart werden was u.a. mit einem Arbeitsplatzabbau von 5000 Mitarbeitern einhergeht. Chips, die auf Basis von 28-nm-Prozessen oder kleiner produziert werden, sollen ausschließlich in Foundries hergestellt werden. Die eigenen Fabs in Naka, Yamagata und Truruoka werden dazu für die Fertigung von SoCs und MCUs bis 40 nm umgebaut

Renesas Electronics will bis Ende März 2013 460 Mio. Dollar durch Synergieeffekte des Mergers einsparen, z.B. durch Zusammenführung von Entwicklungsumgebungen und Technologie-Plattformen, Materialeinkauf und diversen Infrastruktur-Projekten. Desweiteren sollen die Fixkosten um 800 Mio. Dollar reduziert werden. Dabei sollen hautsächlich in diesem Fiskaljahr 5000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres machte Renesas 3,3 Mrd. Dollar Umsatz, davon alleine 3 Mrd. Dollar im Bereich Halbleiter. Dabei wurde ein Verlust in Höhe von 376 Mio. Dollar eingefahren. Für das erste Halbjahr, das am 30. September endet, wird ein Umsatz von 6,8 Mrd. Dollar prognostiziert, davon 6,2 Mrd. Dollar Chip-Verkäufe. Dabei wird ein Verlust von 482 Mio. Dollar vorhergesagt.

Für das Gesamt-Fiskaljahr, das am 31. März 2011 endet, wurde die letzte Umsatzprognose vom 11. Mai 2010 wegen der Markterholung um 230 Mio. Dollar auf jetzt 13,6 Mrd. Dollar angehoben. Davon sollen 12,6 Mrd. Dollar auf Halbleiter entfallen. Der prognostizierte Verlust liegt bei 914 Mio. Dollar.

Die verbesserte Absatzprognose betrifft alle drei Geschäftssegmente (Mikrocontroller, SoCs und Analog-Chips/Leistungselektronik. Dabei werden vermutlich die Mikrocontroller bedingt durch die hohe Nachfrage der Automobilindustrie und bei Industrieanwendungen das höchste Wachstum zu verzeichnen haben. Bei den Analog-Chips und der Leistungselektronik verzeichnet Renesas eine steigende Nachfrage vor allen Dingen bei Power-MOSFETs, Dioden und Kleinsignal-Transistoren. Im Vergleich zum Vorjahr soll der Umsatz mit MCUs um 16 % steigen, wenn man als Ausgangsbasis den Umsatz der Firmen Renesas und NEC vor dem Merger zusammenzählt.

Die prognostizierten hohen Verluste zum Ende des Geschäftsjahres beruhen primär auf Kosten für die Reorganisation des Unternehmens auf Basis des "100-Tage-Programms" z.B. in der Chip-Fertigung. Dabei wurden alleine durch die Neubewertung von zwei Fabs (Tsuruoka 300mm und Roseville 200mm) Abschreibungen in Höhe von 33 Mrd. Yen fällig.