SiliconBlue 40-nm-FPGAs für Smartphones und Tablets

Das FPGA-Startup SiliconBlue hat erste Muster seiner 40-nm-FPGA-Familie mit dem Codenamen "Los Angeles" angekündigt. Diese wird es in zwei Versionen für Smartphones und Tablets geben, sie sollen Herstellern von derartigen Geräten helfen, sich von der Konkurrenz zu differenzieren.

Die offiziell iCE40 genannte FPGA-Familie wird eine Low-Power-Variante (LP) für Smartphones und eine High-Speed-Variante (HX) für Tablets umfassen. Die Chips werden von TSMC in sessen 40-nm-Standard-Prozess gefertigt und beinhalten die doppelte Anzahl von Logikelementen wie die vorherige 65-nm-Generation. was konkret je nach Derivat 640 bis 16192 Logikelemente (LUTs und Flip-Flops) bedeutet (entspricht rund 30000 bis 800000 Gattern in einem ASIC). Zusätzlich gibt es noch 32 bis 384 Kbit Embedded-RAM.

Die FPGAs sollen in Ergänzung zu den typischerweise in Mobilgeräten auftauchenden Applikationsprozessoren z.B. von Texas Instruements, Qualcomm, Marvell oder Nvidia eingebaut werden, um den Geräteherstellern die Implementierung zusätzlicher Funktionalität zu ermöglichen, die sie von der Konkurrenz abhebt. Dies ist laut SiliconBlue umso wichtiger, als dass viele Geräte mit Android dasselbe Betriebssystem benutzen, so dass eine softwareseitige Differenzierung schwierig wird.

FPGAs gehören nicht zu den Halbleitern, die man typischerweise in Mobilgeräten vorfindet, da sie zu groß, zu teuer und zu energiehungrig sind. SiliconBlue glaubt jedoch, diese Vorbehalte mit der iCE40-Familie aushebeln zu können, die bei entsprechenden Volumina bei 1,99 Dollar startet und eine für FPGAs extrem geringe Leistungsaufnahme aufweisen. So nimmt der Core bei einer Versorungsspannung von 1,2 V und einer Taktfrequenz von 32 Mhz nur 12 mW auf. Zudem werden die kleinsten Derivate in einem 2,5x2,5 mm großen Micro-Plastic-BGA-Gehäuse verpackt, dem ersten dieser Art überhaupt. Die größten FPGAs kommen in einem 7x7 mm großen Gehäuse daher.

SiliconBlue hat nach eigenen Angaben bislang 7 Millionen FPGAs verkauft und strebt dieses Jahr 10 Millionen an. Zu den 250 Kunden zählen u.a. Samsung und Huawei Technologies. Die Chips finden sich derzeit in rund 40 Geräten vom Smaertphone über Kameras und eBook-Reader bishin zu einer Uhr der Firma Citizen. Hatte man sich zunächst auf den asiatischen Markt fokusiiert, sollen jetzt die Märkte in den USA und Europa ausgebaut werden.

Im vierten Quartal 2011 will man die Massenproduktion der iCE40-FPGas aufnehmen und gleichzeitig die Nachfolgegeneration mit dem Codenamen "San Francisco" ankündigen.