IntervalZero testet Resonanz Windows IoT, vielleicht mit Echtzeit

Umstieg auf Windows 10 IoT Core wenn genügend Kunden mitziehen.
Umstieg auf Windows 10 IoT Core wenn genügend Kunden mitziehen.

Windows CE ist in die Jahre gekommen und dem Nachfolger Windows 10 IoT fehlen die Echtzeit-Eigenschaften. Die will IntervalZero nachrüsten – aber nur bei genügend Interesse.

Windows CE wird oft in Produkten ohne Bedienanzeigen verwendet und auch in hochvolumigen Applikationen genutzt. Für neue Designs bietet sich das Betriebssystem aber nicht an, da es von Microsoft nicht mehr weiterentwickelt wird. Vom aktuellen Windows 10 gibt es nur noch drei Versionen: Win 10 IoT Enterprise, Win 10 IoT Mobile und Win 10 IoT Core.

Die letztgenannte Version könnte einen Upgrade-Pfad für Windows-CE-Anwender darstellen. Sie eignet sich zwar nur für „Headless“-Anwendungen, da Win 10 IoT Core keine grafische Benutzeroberfläche enthält, ist dafür aber kostenlos. Wenn jedoch ein exaktes Zeitverhalten oder Determinismus nötig ist, dann fehlt bei dieser Lösung der Echtzeitteil. Technisch wäre Abhilfe aber möglich: Die Kombination von Microsofts Windows-10-IoT-Plattform zusammen mit der Echtzeit-Erweiterung RTX64 könnte eine einfache Lösung für Windows-CE-Applikationen sein. Diese Symbiose würde beides, Determinismus und genaues Zeitverhalten, mit all den Vorteilen von Windows 10 IoT Core, besonders auch die Nutzung von Microsoft Azure und dessen Services, vereinen. Die Entwicklungsumgebung unterstützt auch die Community-Version von VisualStudio 2015, die kostenfrei von der Microsoft-Website heruntergeladen werden kann. Auch Windows 10 IoT Core ist im Moment noch kostenlos.

Eine Voraussetzung bei einem beabsichtigten Umstieg auf das zukunftssicherere Win10 IoT Core ist, dass der Echtzeitteil in C/C++ geschrieben wurde. Die letzte Version von RTX64 unterstützt auch Windows 10 IoT Enterprise inklusive dem für Industrieanwendungen wichtigen Anniversary Update. Der nächste Schritt für IntervalZero wäre nun, eine Echtzeitlösung für Win10 IoT Core zu liefern. RTX64 wurde als Prototyp erfolgreich auf Intels Minnow-Board angepasst – ein Maker-Board mit Atom-Prozessor. Die Entscheidung, ob dies in einem Produkt endet, wird von der Marktresonanz abhängen. Bernhard Hartmann, Sales Manager von IntervalZero für Zentraleuropa, sagt: „Wenn sich da ein paar Kunden melden, die Projekte mit Stückzahlen von 5000 bis 10.000 haben, könnten wir das relativ schnell umsetzen.“

Auf seinem Messestand zeigt IntervalZero eine RTX64-Lösung zusammen mit der neuen Kingstar-Plattform. Kingstar ist eine hundertprozentige Tochter von IntervalZero, die RTX64 mit Anwendungs-Software für die Automatisierung erweitert: Software-Komponenten für Bewegungssteuerung, Bildverarbeitung, Soft-SPS und EtherCAT sind auf einem Windows-IPC in Aktion zu sehen.

Die Kombination von Intels energiesparenden Atom-Prozessoren auf kleinen Boards, Microsofts Konsolidierung des Windows-10-Betriebssystems für IoT-Geräte und RTX64 bietet eine zukunftsfähige Lösung für veraltete Windows-CE-Produkte. Damit ergibt sich auch die Möglichkeit der Entwicklung einer einfachen Echtzeitlösung, die auf vielen kleinen Geräten bis hin zum Enter¬prise-Level ohne Modifikationen verwendet werden kann.

IntervalZero auf der embedded world: Halle 4, Stand 640