embedded world STUDENT DAY »Wer Maschinen kontrolliert, kontrolliert Menschen.«

Jacob Appelbaum
Jacob Appelbaum

Verschlüsselungsexperte Jacob Appelbaum spricht auf dem embedded world STUDENT DAY. Einige seiner Ansichten sind schon vorab bekannt geworden. Es verpricht ein spannender Vortrag zu werden.

»Jacob Appelbaum hat sich ungeheure Verdienste erworben und dabei viel Mut gezeigt. Ich hatte das große Vergnügen, ihn persönlich in einem Berliner Cafè kennenzulernen. Mit seinem Engagement zum Schutz der Privatsphäre und der Bürgerrechte bringt Jacob sehr viele Opfer. Dennoch ist er ein ganz normaler, sympathischer junger Mann, der nahezu bescheiden auftritt. Ich freue mich, dass dieser findige Geist zu uns nach Nürnberg kommt – er ist eine wahre Bereicherung für unseren STUDENT DAY«, erklärt Prof. Dr.-Ing. Matthias Sturm, Vorsitzender des Fachbeirates der embedded world Exhibition&Conference.

Appelbaum ist ein US-amerikanischer Internetaktivist und Spezialist für Computersicherheit. Er ist in Nordkalifornien aufgewachsen, lebt derzeit in Berlin und hat in Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt. Der Verschlüsselungsexperte gehört zu den wenigen Vertrauten von NSA-Whistleblower Edward Snowden. Bereits vor dessen Enthüllungen zur Spähaffäre rückte Appelbaum als Unterstützer der Plattform Wikileaks in das Visier der Geheimdienste. Der Programmierer gehört außerdem zu den Entwicklern des Tor-Projektes. Tor ermöglicht es, sich anonymisiert im Internet zu bewegen. Die Snowden-Dokumente legen nahe, dass die NSA die Tor-Anonymisierung bislang nicht brechen konnte. Appelbaum selbst beschreibt sich als bizarres Gegenstück zu Mark Zuckerberg: Während es Facebooks Ambition ist, die Welt offener und verbundener zu gestalten, hat es sich Appelbaum zur Lebensaufgabe gemacht, für mehr Anonymität und Privatsphäre im Internet zu kämpfen

Ethik und Moral im Fokus

Für Appelbaum steht nicht die Technikhörigkeit im Mittelpunkt seiner Arbeit. Vielmehr legt er seinen Fokus auf Ethik und Moral und die Gerechtigkeit der Welt. Es gehe um die Freiheit als solche und nicht um eine reine Internet-Zensur. Das allgemeine Recht auf freie Meinungsäußerung müsse geschützt werden. Für den 30-jährigen Freigeist geht es primär darum, die Grundwerte der Menschen vor einem totalitären Überwachungsstaat zu schützen – egal ob in der analogen oder digitalen Welt.