Echtzeit-Betriebssystem VxWorks 7: Wind River hat aufgeräumt

Der Mars Rover »Curiosity«, gesteuert mit VxWorks, ist eines von Wind Rivers bekanntesten Software-Projekten.
Der Mars Rover »Curiosity«, gesteuert mit VxWorks, ist eines von Wind Rivers bekanntesten Software-Projekten.

Große Updates haben bei Wind River Seltenheitswert. Die Kunden wünschen sich Stabilität. Aber das Internet mit seinen schnellen technischen Entwicklungen gibt den Takt vor – ein Dilemma, aus der die neue Version einen Ausweg weisen soll.

Etwa alle zehn Jahre gab Wind River eine neue Hauptversion seines Echtzeit-Betriebssystems VxWorks frei. Dieses Jahr ist es wieder so weit. Denn mit Cloud und Internet of Things haben sich die Anforderungen der Kunden geändert. Den Spagat zwischen langfristiger Stabilität und neuen Marktanforderungen will Wind River in Zukunft dynamischer in den Griff bekommen.

Deshalb wurde das Fundament des Betriebssystems neu aufgebaut: Wind River hat das System von einer monolithischen zu einer modularen Architektur umgestellt. Bisher war das gesamte Betriebssystem ein einziger großer Block. Die Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Modulen und Funktionsebenen waren auf natürliche Weise gewachsen und wenn irgendwo etwas geändert wurde, war ein großer Testaufwand nötig, um die Auswirkungen in alle Äste zu verfolgen. Die Integration neuer Funktionen oder Netzwerkprotokolle war aufwendig und deshalb gab es nur ungefähr alle 18 Monate ein Update.

»Bei den ganzen Netzwerkprotokollen gibt es durch neue RFCs ständig Änderungen und bei wichtigen Protokollen wie USB 3.0 oder Bluetooth Low Energy konnten wir die Kunden nicht eineinhalb Jahre warten lassen«, sagt Michael Gaudlitz, FAE bei Wind River. Die nun erfolgte Modularisierung habe Wind River einigen Aufwand gekostet, weil Funktionen durch dokumentierte APIs sauber gekapselt werden mussten, sagt Gaudlitz. Dafür können neue Funktionen jetzt einfach »eingehängt« werden, ohne dass Rückwirkungen auf das Gesamtsystem zu befürchten sind. Mehr noch: Es können auch mehrere Versionen z.B. eines Dateisystems oder eines Netzwerkprotokolls in der Entwicklungsumgebung koexistieren. Das erleichtert die Abwärtskompatibilität deutlich. Updates soll es in Zukunft geben, wenn es nötig ist – dank der agilen Entwicklung in kleineren Schritten und schnellerer Folge. »Wir werden auch kein VxWorks 7.1 auf den Markt bringen,« sagt Gaudlitz, »es wird VxWorks 7 bleiben und wird ständig gepflegt.«