Für Industrie-Anwendungen Vom Raspberry Pi inspiriert

Das phyBOARD-Wega mit dem TI AM335x, einem ARM-Cortex-A8-Chip. Das Prozessormodul ist hier fest aufgelötet.
Das phyBOARD-Wega mit dem TI AM335x, einem ARM-Cortex-A8-Chip. Das Prozessormodul ist hier fest aufgelötet.

Der Raspberry Pi hat eine große Welle der Begeisterung ausgelöst. Die nutzt Phytec, um die Experimentierfreude der Entwickler in der Industrie anzuheizen. Die eigene phyBOARD-Serie soll so einfach zu bedienen sein wie der Raspberry, ist aber industrie- und serientauglich.

Der Raspberry Pi zielt auf den Ausbildungsbereich und soll dazu anregen, sich zu Hause, in Schulen und Ausbildungseinrichtungen mit der Programmierung von Mikrocontrollern zu beschäftigen. Aber auch viele professionelle Entwickler interessieren sich für das preiswerte und einfach programmierbare Modul. Doch wenn sie eine Anwendung oder einen Protoyp erstellt haben, müssen sie noch einmal ganz von vorne anfangen, um ein produktionsfähiges Produkt daraus zu machen, denn dafür ist der Raspi nicht gedacht.
Bei den Modulen von Phytec ist das anders. Sie sind für Industrieeinsatz und Serienproduktion konzipiert. Axel Berghoff, Key Account Manager und Pressesprecher bei Phytec , stellt die phyBOARD-Single Board Computer vor, mit denen Phytec den Raspberry-Gedanken in die Industrie bringen will.

Phytec stellt schon lange Mikrocontroller-Module her. Was ist am phyBOARD anders als an den bisherigen Modulen und Entwickler-Kits?

Axel Berghoff: Bei den phyBOARDs handelt es sich um Single Board Computer. Speziell das phyBOARD-Wega AM3354 kommt im Pico-ITX-Format daher, wobei das Modul im DSC-Verfahren direkt auf dem Carrierboard aufgelötet ist, es ist somit absolut Design- und Kostenoptimiert. Bei den Rapid Development Kits und den daraus resultierenden Serien sind die Module aufzustecken. Desweiteren haben wir festgestellt, dass die Leute eigentlich keine Zeit mehr haben, mit den Kits zu »spielen«. Der Raspberry Pi ist auf so großes Interesse gestoßen, dass wir die phyBOARDs entwickelt haben, bei denen der Gedanke des Ausprobierens und des einfachen Einsatzes wieder mehr in den Vordergrund tritt.

Viele Kunden sagen zum Raspberry Pi: Das ist ein tolles Teil, aber ich kann es nicht in der Serie einsetzen. Erstens bekommt man es nicht in Serienstückzahlen und zweitens wurde es nicht nach Industrienormen entwickelt, das jedoch erfüllen alle phyBOARDs.

Das ginge mit den bereits existierenden Modulen von Phytec aber auch.

Berghoff: Ja, und unsere Idee war, eine ganze Reihe von Single Board Computern anzubieten, die zu attraktiven Preisen für Kunden interessant sind, die auch kleinere Stückzahlen von nur 100, 200 oder 400 Stück brauchen. Die können sich dafür kein eigenes Carrierboard entwickeln lassen. Aber sie können aus unserem Spektrum ein Board finden, dass exakt oder relativ gut zu ihrer Anforderung passt. Das phyBOARD-Wega ist nur ein Beispiel, das besonders preiswert ist. Denn unser Angebot umfasst, dass Kunden die phyBOARDs komplett mit Live-DVD, Kabeln und Quick Start Guide zum Musterpreis kaufen können. Selbst bei diesem Angebot ist der kostenlose Support für die Inbetriebnahme garantiert. 

Für welche Anwendungen eignet sich das Board?

Berghoff: Für alle Anwendungen, die ein HDMI-Display, bis zu zwei Ethernetschnittstellen, USB, eine SD-Karte, GSM, WLAN, CAN und Audio oder eine Teilmenge davon benötigen.