Experimental-Satellit der Uni Würzburg UWE-3 kreist und kreist und kreist

Obwohl UWE-3 seit drei Jahren harter Weltraumstrahlung ausgesetzt ist, zieht er weiter seine Kreise.
Obwohl UWE-3 seit drei Jahren harter Weltraumstrahlung ausgesetzt ist, zieht er weiter seine Kreise.

Tapfer kreist der Uni-Satellit UWE-3 der Universität Würzburg um die Erde. Vor gut drei Jahren ist er ins Weltall gestartet und erfüllt seitdem zuverlässig seine Aufgaben. Dabei liefert er Erkenntnisse, die für die nächste Generation von Kleinst-Satelliten von hoher Bedeutung sind.

In gut 600 km Höhe zieht der Experimentalsatellit UWE-3 der Universität Würzburg nun seit fast drei Jahren seine Runden um die Erde. Auch jetzt noch funktioniert der kleine Würfel einwandfrei und das entgegen aller Erwartungen. Doch nach wie vor trotz er der permanenten Strahlung des Weltraums. »Dank einer komplett erneuerten Software ist er heute sogar noch leistungsfähiger«, erläutert der Informatikprofessor Klaus Schilling.

Dass UWE-3 über eine so lange Zeit funktionieren würde, sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, erzählt Schilling. Schließlich sei der 1 kg schwere Würfel mit einer Kantenlänge von gerade einmal 10 cm, der zur Klasse Pico-Satelliten gehört, ausschließlich mit kommerziellen Bauteilen produziert worden.

Zwar konnte das raue Klima im Weltall den kleinen Satelliten nicht zerstören, dennoch hinterlässt die Strahlung deutliche Spuren: »Beide Mikro-Prozessoren, aus denen der Bordcomputer besteht, fallen abwechselnd etwa einmal pro Woche aus«, erklärt Schilling. Da in diesem Fall jedoch sofort der andere Prozessor die anstehenden Aufgaben übernimmt und parallel Reparatur-Aktionen für seinen Partner startet, sei der Bordcomputer noch keine Sekunde während der drei Jahre ausgefallen.

Laut Schilling wird das Problem von außen gar nicht wahrgenommen, da UWE-3 seine Aktivitäten nicht unterbricht. In erster Linie sei es der Fehleranalyse- und Fehlerkorrektur-Software zu verdanken, dass UWE weiterhin zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Der Satellit diene somit als Beweis, dass die »anspruchsvolle Arbeitsumgebung im All«, die besonders intensiv auf miniaturisierte Bauteile einwirkt, durch fortgeschrittene Software gebändigt werden könne.