Kein Aprilscherz USB-Stick zerstört sich selbst, wenn man ihn zerstört

Der Victorinox »Super-Secure USB Stick« zerstört sich selbst, wenn man das Gehäuse öffnet.

Victorinox bringt einen super-sicheren USB-Stick auf den Markt. Der Clou: der Speicherchip zerstört sich selbst, wenn man das Gehäuse öffnet. Dann ist der Stick aber ohnehin nicht mehr zu gebrauchen...

Die Geschichte erinnert etwas an ein Experiment, das wir in unseren Redaktionsräumen durchführten. Es ging um die Untersuchung des – nach unserer Ansicht - unpraktischsten USB-Speichers der Welt. Er hatte die Form einer Visitenkarte, oder besser gesagt: von 30 Visitenkarten, denn ein USB-Speicher ist natürlich nicht so flach wie Papier sondern braucht eine gewisse Tiefe. Also die Größe eines dünnen Visitenkartenstapels. Aus diesem konnte man den Steckverbinder an einem »Band« herausziehen. Unpraktisch ist das Ganze wegen des Steckers, der erst herausgezogen werden muss und weil ein USB-Speicher auch auf einem Zehntel der Fläche Platz fände.

Wir wollten nun wissen, ob sich der Speicherchip womöglich direkt auf dem Kunststoffteil des Steckverbinders befindet und die ganze Visitenkarte nur überflüssiges Beiwerk ist. Ergebnis: Im »Band« war ein Flachbandkabel integriert und der Speicher war nach dem Öffnen des Gehäuses zerstört.

So ähnlich dürfte es auch Hackern gehen, die das Gehäuse des Victorinx-USB-Sticks öffnen. Wahrscheinlich wäre der USB-Stick dann ohnehin defekt, zumal in der Gehäuseabdeckung ein Fingerprint-Sensor integriert ist. Er muss betätigt werden, damit die verschlüsselt abgespeicherten Daten entschlüsselt werden können. Allen Ernstes gibt Victorinox jedoch an, dass der Stick einen Selbstzerstörungsmechanismus hat, der zuschlägt, sobald jemand das Gehäuse öffnet. Details dazu will die Firma nicht preisgeben, ist ja schließlich alles streng geheim. Nur so viel wird verraten: Controller und Speicher brennen irgendwie durch, wenn sich jemand am Gehäuse zu schaffen macht.

Aber mal im Ernst: Würden ambitionierte Hacker wirklich versuchen, die AES-256-Verschlüsselung durch rohe Gewalt zu überwinden? Wohl eher doch durch elektronische Attacken wie einen Brute-Force-Angriff. Insofern dürfte der Nutzwert des Selbstzerstörungsmechanismus höchst begrenzt sein. Aber ein netter Gag ist er natürlich, dieser »Datenselbstmord«.

Den Victorinox-Super-Secure gibt es übrigens mit 8, 16 oder 32 Gbyte Speicher. Messer, Schraubendreher, Kugelschreiber und Nagelfeile sind auch noch dabei. Und die zerstören sich auch nicht selbst.