Cyber-Sicherheitskonferenz »US-Unternehmen machen fast alles, was möglich ist. Wir trauen uns nichts«

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom auf dem 3. Cybersecurity Summit.
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom auf dem 3. Cyber Security Summit.

Die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich Datenschutz und Cyber-Sicherheit standen im Zentrum der 3. Cyber-Sicherheitskonferenz in Bonn. Spannungen zwischen den USA und Europa traten genauso zu Tage wie der Wille zur Zusammenarbeit, der angesichts der weltweiten Krisen so nötig ist wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr.

Der Cyber Security Summit ist ein Ableger der Münchener Sicherheitskonferenz. Beide Veranstaltungen werden von Wolfgang Ischinger organisiert, der als ehemaliger US-Botschafter und enger Vertrauter von Hans-Dietrich Genscher beste Kontakte in höchste diplomatische Kreise hat und für prominent besetzte Podien und Zuhörerbänke sorgt. Gastgeber war die Deutsche Telekom an ihrem Hauptsitz in Bonn.

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Cyber-Sicherheitskonferenz: Die pointiertesten Stellungnahmen

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Digitaler Schutz von Unternehmen und Staaten war das Thema der Konferenz, und hier insbesondere die unterschiedlichen Auffassungen dazu diesseits und jenseits des Atlantiks. Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, beklagte die großen Differenzen bezüglich des Datenschutzes zwischen Europa und den USA, weil sie zu enormen Wettbewerbsverzerrungen führen. Das betreffe besonders »Big Data« und den Umgang mit Kundendaten. Höttges: »Während US-Unternehmen fast alles machen, was möglich ist, trauen wir uns hier nichts.«

Ansonsten standen aber Unternehmensdaten nicht so stark im Mittelpunkt der Cyber-Sicherheitskonferenz. Die Diskussionen verlagerten sich rasch auf die politische Ebene. Denn zwischen Unternehmen und Staaten gibt es deutliche Interessenkonflikte beim Datenschutz: Die Unternehmen wollen die Daten ihrer Kunden vor dem Zugriff durch staatliche Organisationen schützen, während diese wiederum fürchten, dass das Internet dann als Medium für polizeiliche Ermittlungen ausscheidet.