BOINC-App Überschüssige Rechenleistung spenden

Konfigurationsseite der BOINC-App
Konfigurationsseite der BOINC-App

Mit einer App der University of California in Berkeley können Nutzer von Android-Smartphones die überschüssige Rechenleistung ihrer Geräte für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stellen.

Was bisher nur auf Desktop- und Notebook-Computern möglich war, funktioniert jetzt auch auf Android-Smartphones: Die Beteiligung an wissenschaftlichen Rechennetzen. Urahn des öffentlichen Grid-Rechnens war das Projekt »SETI@home«, das sich der Suche nach außerirdischem Lebem widmet. Dabei werden Funkdaten nach möglichen Signalen von Außerirdischen durchsucht. Die große Menge anfallender Daten wird auf Heim-PCs verteilt, die jeweils kleine Datenportionen analysieren. Das SETI@home-Projekt startete 1999.

Inzwischen werden Mobiltelefone immer leistungsfähiger - ihre Rechenleistung übertrifft die der frühen PCs bei weitem. Und zum SETI-Projekt (Search for extraterrestrial intelligence) sind weitere Projekte hinzugekommen: Die Suche nach medizinischen Bahndlungsmethoden (Einstein@home), nach Pulsaren oder FightAids@home auf dem IBM World Community Grid.

Nutzer von Android-Smartphones können sich bei Google Play die BOINC-App (Berkeley Open Infrastructure for Network Computingder) herunterladen und auf einer Konfigurationsseite eingeben, an welchem Projekt sie teilnehmen wollen.

Bis jetzt hat Volunteer Computing traditionelle Computer wie Desktops und Laptops genutzt. Allerdings werden mobile Geräte wie Smartphones und Tablets immer leistungsfähiger, energieeffizienter und zahlreicher. Inzwischen gibt es über 900 Millionen Android-Geräte und ihre gesamte Rechenleistung übersteigt die der heute im Einsatz befindlichen größten konventionellen Supercomputer.
Damit diese Geräte in den Grid eingebunden werden können, wurde eine Volunteer Computing-Software der University of California in Berkeley, die so genannte Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC), aktualisiert. Besitzer von mobilen Geräten, die Android 2.3.3 oder aktuellere Versionen verwenden, können ab sofort wissenschaftliche Bürgerbeteiligung praktizieren, indem Sie BOINC von der Google Play Website herunterladen und dann die Projekte auswählen, zu denen sie mit der überschüssigen Rechenleistung ihres Tablets oder Smartphones beitragen wollen.

Saugt nicht den Akku leer

Um die Batterie zu schonen, die Ladezeit zu minimieren, und die Tarifpakete des Nutzers nicht belasten, werden Smartphones und Tablets, auf denen BOINC läuft, standardmäßig nur dann Berechnungen durchführen, wenn sie gerade aufgeladen werden, die Lebensdauer der Batterie noch über 90% beträgt und sie mit Wireless Local Area Networks (WLAN) verbunden sind. Die Einstellungen können jedoch jederzeit individuell durch die Benutzer angepasst werden.