Embedded Computer TQ baut x86-Geschäft mit Ex-Kontron-Mitarbeitern aus

Kontron hat seinen Firmensitz nach Augsburg verlegt und den Standort Kaufbeuren aufgegeben. Daraufhin hat TQ in seinem Gebäude im Technologiepark Peiting Entwickler eingestellt.
Kontron hat seinen Firmensitz nach Augsburg verlegt und den Standort Kaufbeuren aufgegeben. Daraufhin hat TQ in seinem Gebäude im Technologiepark Peiting Entwickler eingestellt.

Die TQ-Gruppe hat einen Standort in der Nähe des ehemaligen Kontron-Firmensitzes in Kaufbeuren erweitert und Kontron-Mitarbeiter abgeworben, um das Geschäft mit x86-Hardware zu verstärken.

Für die Mitarbeiter von Kontron in Kaufbeuren war es 2013 eine schlechte Nachricht: die Verlegung des Firmensitzes nach Augsburg. Sozialpläne hin oder her – ein Umzug ins rund 70 km weiter nördlich gelegene Augsburg oder das tägliche Pendeln sind da gleichermaßen unattraktiv. Das hat auch ein Wettbewerber erkannt und sich diese Tatsache zunutze gemacht. Denn der Wettbewerb um gute Ingenieure ist groß und erfahrene Entwickler sind offenbar gefragt. In Peiting, etwa 30 km vom ehemaligen Kontron-Gebäude in Kaufbeuren entfernt, hat die TQ-Gruppe einen bestehenden Standort erweitert und dort x86-Entwickler angesiedelt. Jetzt arbeiten dort neun ehemalige Kontron-Ingenieure an x86-Designs für TQ. Diese neun Mitarbeiter verstärken ein schon bestehendes x86-Team bei TQ, das damit auf 20 Leute anwächst.

»Investition von 5 bis 10 Millionen«

Mit dem Personalaufbau will TQ im x86-Markt deutlich expandieren und begibt sich in den Wettbewerb mit etablierten Anbietern von x86-Modulen und Single-Board-Computern wie Advantech, Congatec, Kontron oder Lippert-Adlink. Neben den personellen Ressourcen hat TQ auch Investitionen in den Standort getätigt. Insgesamt, so schätzt Marketing-Leiter Wolfgang Heinz-Fischer, nimmt die TQ-Gruppe zwischen 5 und 10 Millionen Euro in die Hand, um die zusätzlichen Entwicklungsaktivitäten im x86-Bereich zu finanzieren.

Im Jahr 2000, als das Geschäft mit x86-Computermodulen so richtig los ging, war TQ schon einmal dort eingestiegen und hatte mit UTX ein eigenes Modulformat entwickelt. Als proprietäre Lösung konnte es sich aber im Wettbewerb mit den Standards, die sich dann etablierten, nicht behaupten. Gleichzeitig wandte sich TQ von Commodity-Produkten ab und konzentrierte sich stärker auf Auftragsentwicklung und Fertigungsdienstleistungen. In den sicherheitsrelevanten Industriezweigen, die TQ bedient (u.a. Medizin, Luftfahrt , etc.) waren eher POWER-Prozessoren und später die ARM-Architektur gefragt. Doch mit dem Schwenk Intels hin zu immer energieeffizienteren Prozessoren und Single-Chip-Lösungen wird die Intel-Architektur für TQ wieder interessanter und relevanter.