Software-Entwicklung Testeron: Testen auf Gegenseitigkeit

Portal Testeron.io: Software testen und testen lassen.
Portal Testeron.io: Software testen und testen lassen.

Wer für andere einen Software-Test durchführt, hat selbst einen Test gut. So funktioniert das Test-Portal Testeron.io. Vorausgesetzt, es finden sich genügend Tester, die mitmachen.

Nein, es hat nichts mit Testosteron zu tun, es geht einfach nur um das leidige Testen bei der Software-Entwicklung. Ein Ingenieur hat ein Portal aufgesetzt, das nach dem Tausch-Prinzip arbeitet: Für jeden Testfall, den man für eine andere Person durchführt, kann man selbst einen Testfall durch andere testen lassen.

Mit dem Schreiben von Quellcode ist es wie mit dem Schreiben von Texten: Die eigenen Fehler überliest man. Deshalb ist es von unschätzbarem Wert, wenn eine andere, unvorbelastete Person das eigene Werk begutachtet. Besonders beim Software-Test kommt hinzu, dass viele sich vor dieser ungeliebten Aufgabe drücken wollen oder sie bis zum Schluss aufschieben. Kein Wunder: Das Schreiben von Software führt zu einem Erfolgserlebnis, sobald der Code funktioniert. Das Aufspüren von Fehlern macht hingegen keinen Spaß. Und wenn der Code richtig gut ist, dann ist nicht einmal die Fehlersuche von »Erfolg« gekrönt.

Zusätzliche Belohnungen sind möglich

Mit dem Portal Testeron.io will Entwickler und Betreiber Robert Gast einen Anreiz schaffen, gegenseitig Software zu testen. Dabei muss es nicht zwangsläufig nur um den Code gehen, es können auch Oberflächen, Prozesse und Inhalte einem Test unterzogen werden. Wer einen Test für andere durchführt, bekommt einen eigenen Testfall gutgeschrieben, den er wiederum auf Testeron.io ausschreiben kann. Zur weiteren Motivation der Tester können Entwickler Belohnungen an die Tester ausschütten. Das können Gutscheine, Rabatte, exklusive Zugänge sein – alles was sich über das Internet einlösen lässt.

Momentan befindet sich Testeron noch in der Anfangsphase und in dieser ist es kostenlos und unverbindlich. Ein Geschäftsmodell ist zwar in Arbeit, aber derzeit geht es Robert Gast darum, zunächst eine Nutzerbasis aufzubauen und Feedback zu erhalten. Erst wenn das Produkt marktreif und möglichst nützlich ist, soll es in eine kommerzielle Form überführt werden.

Wie aber sieht es mit der Testtiefe und Testabdeckung aus? Dazu schreibt Robert Gast: »Die Testfälle erstellt immer der Autor der Software. Daher liegt es inhaltlich in seiner Hand, was er in den Tests abfragt. Ist ein Test abgeschlossen, so wird der Tester vom Autor bewertet. Das soll sicherstellen, das die Qualität der Tests gut ist. Später will ich in das System noch eine Kriterium einbauen, welches Tester ab einer bestimmten Qualität für einen Test zulässt.«