Sicherheit Telekom geht auf Drohnenabwehr

Die Firma Dedrone hat sich auf die Abwehr privater Drohnen spezialisiert.
Die Firma Dedrone hat sich auf die Abwehr privater Drohnen spezialisiert.

In dem Maße, in dem private Drohnen immer beliebter werden, nehmen auch die Probleme zu. Die Telekom bietet nun eine Lösung an und koopertiert dazu mit einem deutschen Partner.

Private Drohnen sind ein explosionsartig wachsender Markt. Im Gegensatz zu Modellflugzeugen geht des den Piloten dabei nicht um das Fliegen an sich, sondern um mit der Drohne Fotos oder Filme zu machen. Die Drohne ist nur ein Vehikel, um eine Kamera in die Luft zu transportieren und dank einfacher Steuerung über Smartphone- oder Tablet-Apps wird das Starten und Landen zum Kinderspiel. Seit dem die Technik mit 500 bis 1000 Euro erschwinglich geworden und zum Verkaufsschlager geworden ist, häufen sich aber auch die Probleme: Unverantwortliche Piloten kommen Verkehrsflugzeugen bedrohlich nahe, verletzen die Privatsphäre anderer Bürger oder Überfliegen sensible Bereiche wie Industrieanlagen. Aber auch ganz klar kriminelle »Anwendungen« kristallisieren sich heraus: So wurden mit Drohnen bereits Gegenstände über Gefängnismauern transportiert und niemand möchte sich ausmalen, was passieren könnte, wenn eine Drohne einen explosiven Gegenstand über einer Massenveranstaltung fallen ließe.

Das erste Problem bei der Drohnenabwehr beginnt bereits mit der Erkennung, denn die zulassungsfreien Fluggeräte sind so klein, dass sie anhand von Größe und Geräusch kaum zu erkennen sind. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2013 flog eine Drohne direkt vor die Bühne von Angela Merkel. Kanzlerin und Publikum lachten damals noch, die Gründer des Kasseler Start-ups Dedrone erkannten jedoch die Gefahr und begannen, Erkennungs- und Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.

Nun dürfte Dedrone den Durchbruch geschafft haben: Die Deutsche Telekom hat eine Kooperation mit Dedrone bekanntgegeben und bietet Geschäftskunden und Behörden unter der eigenen Marke ein »Magenta Drohnenschutzschild« an, für das »die besten Technologien der Welt« unter der Federführung des Leadpartners Dedrone gebündelt werden.

Der von Dedrone in Kassel entwickelte DroneTracker detektiert in einer speziellen Telekom-Version Drohnen mithilfe verschiedener Sensoren wie Videokameras, Frequenzscannern und Mikrofonen. Basis ist eine intelligente Software, die Drohnen sicher von Vögeln, Hubschraubern und anderen Flugobjekten unterscheiden kann. In das modulare System, das in bereits vorhandene Sicherheitskonzepte der Kunden integriert werden kann, können beliebig viele Sensoren verschiedenster Hersteller eingebunden werden.

Im Portfolio der Telekom-Lösung befinden sich neben der Technik von Dedrone auch Frequenzscanner der Firma Rhode & Schwarz, Mikrofonarrays von Squarehead, Radargeräte von Robin Radar Systems sowie Jammer Technologie der Firma HP Wüst.

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Drohnenabwehr

Die Firma Dedrone hat verschiedene Geräte entwickelt, um Drohnen erkennen und abwehren zu können.

Neben der Beweissicherung wird den Kunden die Möglichkeit zur Gefahrenabwehr durch organisatorische Maßnahmen als auch die Abwehr der Drohnen durch elektronische Störmaßnahmen geboten. Für den Einsatz elektronischer Störmittel sind in jedem Fall Genehmigungen der zuständigen Behörden erforderlich.

Die Deutsche Telekom bietet mit ihrem neuen Angebot der Drohnendetektion und –abwehr Schutz für nahezu jeden Anwendungsfall. Neben Projektierung, Konzeption, Installation und Inbetriebnahme des Systems bietet die Telekom auch weitere Serviceleistungen wie die Bedienung und Wartung als sogenannte Managed Services an. Ergänzt wird das Angebot durch eine mobile Lösung, die nach Bedarf gemietet werden kann.

Erster Kunde der eigenen Lösung wird die Deutsche Telekom selbst sein: mehrere konzerneigene Liegenschaften werden in den kommenden Wochen mit Komponenten des „Magenta Drohnenschutzschild“ ausgestattet.