Computermodule Supercomputer im Supermarkt

Bild 1. AMD Embedded G-Series System on Chip mit nur 24,5 × 24,5 mm².
Bild 1. AMD Embedded G-Series System on Chip mit nur 24,5 × 24,5 mm².

Der sogenannte Retail-Bereich ist ein ­großes Anwendungsgebiet für Embedded-Computer. Doch was versteckt sich dahinter? Was sind hier die besonderen Herausforderungen, und wie kann die Computertechnologie helfen? COM ­Express mit neuem AMD Embedded ­G-Series SoC erweist sich als ideale ­Plattform für unterschiedliche Retail-Anwendungen.

Das neudeutsche Wort „Retail“ meint letztlich den Einzelhandel. Der Tante-Emma-Laden mit persönlicher Beratung und Bedienung gehört leider der Vergangenheit an, persönliche Unterstützung ist aber auch in den heutigen Supermärkten notwendig und wird immer häufiger von Computersystemen übernommen. Die Anwendungen sind vielfältig. Gedruckte Werbeplakate werden immer mehr von großflächigen Bildschirmen, also Digital-Signage-Geräten, ersetzt. Hier können Sonderangebote und Werbeaktionen innerhalb weniger Sekunden aktualisiert werden, gleichzeitig und zentral gesteuert für tausende Niederlassungen großer Handelsketten. Es gibt sogar erste Anwendungen, bei denen an den Einkaufswagen mobile Computer montiert werden, um als Einkaufsberater und Navigationssystem innerhalb der großflächigen Läden zu agieren.

Preisschilder an Regalen werden elektronisch aktualisiert, synchron mit der digitalen Werbung und angebunden an das Warenwirtschaftssystem. Auch Kassensysteme sind an das Warenwirtschaftssystem angebunden, um immer die aktuellsten Preise zu verwenden und um jederzeit einen Überblick über den aktuellen Warenbestand zu gewährleisten. Selbst die Waagen sind vernetzt und steuern ganz nebenbei gleich mehrere Bildschirme an, um dem Kunden zum gekauften Spargel auch gleich die passende Soße aus dem Sortiment anzupreisen.

Computer vermeidet ­Warteschlangen

Erste Ansätze von Selbstbedienungskassen werden hierzulande zwar noch nicht wirklich akzeptiert, doch mit dem zunehmenden Einzug modernerer Warenerfassungssysteme wie z.B. RFID wird die Handhabung zukünftig deutlich einfacher. Damit könnten dann alle Produkte im Einkaufswagen erfasst werden, ohne diese extra herausnehmen zu müssen. Dies wird die Akzeptanz auch in unserer Region erhöhen, und Warteschlangen an den Kassen werden so komplett verschwinden.

Doch nicht nur der Verkauf, sondern auch die Rücknahme z.B. von Pfandflaschen wird von Embedded-Computertechnik gesteuert. Die in großen Stückzahlen verwendeten Rückgabeautomaten benötigen einiges an Steuerungstechnik, so z.B. zur Prüfung visueller Merkmale wie der Logos der unterschiedlichen Pfandsysteme oder zum Wiegen, Pressen oder Ablegen der Leerflaschen. Hier werden viele aktuelle Computertechnologien genutzt: Von der grafischen Benutzerführung per Touchscreen, die einen schnellen Videocontroller benötigt, bis hin zur Analyse von Videodaten, die hohe Rechenleistung erfordert. All das muss in Sekundenschnelle passieren, sonst wechselt der Kunde entnervt zum Mitbewerber.

Das Einkaufserlebnis wird daher immer mehr zum wichtigen Differenzierungsmerkmal. Als Ganzes betrachtet, ist ein moderner Supermarkt schon fast ein vernetzter Supercomputer. Ohne die im Hintergrund agierenden Embedded-Computersysteme wäre Vieles nicht möglich – und täglich kommen neue Möglichkeiten hinzu.

Alle diese Anwendungen benötigen spezialisierte und hoch verlässliche Computersysteme, die in Zeiten steigender Energiekosten möglichst effizient arbeiten sollten. Moderne Prozessortechnologien wie z.B. das neue Embedded G-Series SoC von AMD (Bild 1) bieten ein exzellentes Verhältnis von Rechenleistung pro Watt und eine flexible Aufgabenverteilung auf CPU und GPU. Somit ist dieses Modul hervorragend für kostensensitive Applikationen zur Visualisierung und Steuerung geeignet – und das ist genau eine der Kernanforderungen im Retail-Bereich.