Qualcomms Uplinq 2013 Snapdragon-Prozessoren streben in Embedded Anwendungen

Auf seiner Entwicklerkonferenz Uplinq 2013 in San Diego erwartet der Mobilfunkausrüster Qualcomm rund 2200 Teilnehmer.
Auf seiner Entwicklerkonferenz Uplinq 2013 in San Diego erwartet der Mobilfunkausrüster Qualcomm rund 2200 Teilnehmer.

Wer bislang meinte, Qualcomm baue Prozessoren und Modem-Chips ausschließlich für Mobiltelefone und Tablet-PCs, der muss seine Meinung ändern. Die neuen Entwicklungsplattformen eignen sich ideal zur Entwicklung der verschiedensten Embedded-Anwendungen.

Auf dem „Hardware Day“ der Uplinq 2013 gab Leon Farasati, der bei Qualcomm für die Koordination der Entwicklungs-Tools verantwortlich ist, einen Überblick über die neuesten Entwicklungsboards. Diese wurden von den Partnern BSquare, Intrinsyc Software und Inforce Computing präsentiert.

Gleichermaßen für App-Software-Entwickler und Gerätehersteller bietet Bsquare zwei Plattformen auf Basis des Flaggschiff-Prozessors Snapdragon 800 an. Eine der beiden MDPs (Mobile Development Platforms) ist für Tablets gedacht, die andere für Smartphones. Das Herzstück beider Plattformen ist der Snapdragon 8974 mit Quad-Core-CPU Krait 400 (2,3 GHz) und einem Adreno 330 Grafikprozessor (GPU) sowie einem Hexagon-v5-QDSP6-Kern. Beide Plattformen verfügen über eine 12 MPixel-Rückseiten-Kamera und eine 2 MPixel-Front-Kamera für HD-Aufnahmen mit 1080p bei 30 Bildern/s. Vier Mikrofone nehmen Audiodaten im Surround-Sound-Format auf und unterstützen die Erkennung von Gesten per Ultraschall, ohne dass der Touchscreen berührt werden muss. Die Wahrnehmung der Umgebung leisten zahlreiche Sensoren, ein 3-Achsen-Gyroskop, ein 3-Achsen-Kompass, einfallendes Licht, Umgebungs-Temperatur und Druck. Während die Tablet-Plattform Feuchtigkeit messen kann, bietet die Smartphone-Plattform Näherungssensorik. Die Tablet-Version verfügt über ein 11,6-Zoll-Display mit 1080p-Auflösung und unterstützt sogar UltraHD/4K-Auflösung via HDMI-Ausgang. Die Smartphone-Plattform kommt mit 4,3-Zoll-Display und 720p-Auflösung. Beide Plattformen beherrschen die Funkstandards WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth, GPS und NFC.

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Entwicklungsboards auf dem Uplinq Hardware-Day

Qualcomms Uplinq 2013 Hardware Day: Die Entwicklungsboards

Eine universell einsetzbare Entwicklungsplattform ist das DragonBoard von Intrinsyc. Es basiert auf einem Snapdragon 8074 Prozessor, der um die LTE-Funktion abgespeckt wurde. Das Entwicklungssystem besteht aus dem OPEN-Q-Mainboard im mini-ITX-Format auf dem ein System-on-Module mit dem Prozessor aufgesteckt ist. Das anvisierte Applikations-Spektrum reicht von robusten Tablets (Ruggedized Tablets), Digital Signage, Medizinanwendungen, Robotik bis hin zu Video-Streaming/-Conferencing-Systemen. Das DragonBoard bietet einen qHD-Touchscreen, 5.1-Kanal-Audio mit Mikrofon- und Kopfhörer-Schnittstelle, USB 2.0/3.0, Gigabit-Ethernet, WiFi (802.11ac), Bluetooth 4.0, Kamera- und Sensor-Schnittstellen sowie eine externe Speicheranbindung per MicroSD und SATA. Als Betriebssystem kommt Android 4.2 zum Einsatz.

Auf die Vorgängerversion Snapdragon S4 setzen zwei kompakte Entwicklungsboards von inforce computing. Auf beiden Boards, eines im Mini-ITX- und das andere im Pico-ITX-Format, verrichtet eine Snapdragon S4 Pro APQ8074 seinen Dienst. Der Quad-Core-Prozessor basiert auf der Krait-300-Architektur mit einer Taktfrequenz von 1,7 GHz und dem Adreno 320-Grafikprozessor. Der Funktionsumfang bezüglich der Schnittstellen ähnelt weitgehend dem DragonBoard. Während der IFC6410 ein kompakter Single-Board-Computer im Pico-ITX-Format zum Kampfpreis von 149 Dollar ist, handelt es sich bei der Entwicklungsplattform SYS6440 um eine Entwicklungsplattform mit 4,0-Zoll-Display, bei welche auf einem –Mini-ITX-Board ein System-on-Module im Qseven-Format aufgesteckt ist. Beide Entwicklungsboards sind nicht für Smartphones gedacht, sondern für Applikationen wie Thin Clients, Medizinische Geräte, Videoüberwachung, Robotik oder Digital Signage.