Sinkender Umsatz PC-Markt unter Druck

Wenn das Geschäft in Osteuropa, dem Mittleren Osten und Afrika nicht so gut laufen würde, dann wäre alles noch viel schlimmer: Der Gesamtrückgang von »nur« 8,9% in EMEA verdeckt, wie stark sich die Endkunden in Westeuropa vom PC abwenden...

Die Umsätze mit PCs sind im 2. Quartal 2011 in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika um 8,9% zurückgegangen, verglichen mit demselben Quartal des Vorjahres, berichten die Analysten von IDC.

Das Interesse an anderen Geräten führt zu einer schachen Nachfrage nach PCs und Notebooks und zu einem nur langsamen Abschmelzen der Lagerbestände in Westeuropa. Allerdings: In Osteuropa und Afrika läuft das Geschäft besser als erwartet, vor allem dank einer stabilen Nachfrage nach Notebooks. Das Wachstum von 11,4 in Zentral- und Osteuropa wird getragen von Russland und Polen, während Bulgarien, Tschechien und die Slovakei die Schlusslichter dieser Region waren. Noch stärker wuchs der Markt mit 12,2% im Mittleren Osten und in Afrika.

Dieses Wachstum fängt den Rückgang in West- und Südeuropa auf, der insgesamt bei -20,9% liegt. Den größten Rückgang hatten Spanien und Italien zu verzeichnen (Griechenland wird von IDC nicht erwähnt), obwohl auch die großen Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich »nicht viel besser« seien. Mittelständische Betriebe würden »vorsichtig« investieren, berichten die Analysten von IDC. Richtig dramatisch ist aber das Verhalten der »Consumer«: Sie gaben 32,2% weniger für PCs aus. Der Grund: das Interesse der Konsumenten richtet sich mehr und mehr auf Smartphones und Media-Tablets, zumal von diesen Geräten zahlreiche neue Modelle im zweiten Quartal vorgestellt wurden. Dadurch wurde auch ein Preiskampf zwischen den Herstellern in Gang gesetzt, der die Geräte preiswerter und attraktiver für die Kunden macht.

Bei den Marktanteilen im PC-Markt sind HP und Dell die Gewinner. HP legte von 20 auf 23% Prozent zu, Dell steigerte seinen Anteil von 9,6 auf 11,5%. Ganz schlecht sieht es für Acer aus: die Taiwaner, die im Q2/2010 noch 19,5% aller PCs verkaufen, konnten nur noch 12,8% des Gesamtmarkts bedienen.