Entwicklungstools Neue Version von Qt Embedded

Das neue Qt Enterprise Embedded kommt mit integrierter Entwicklungsumgebung und hat verbesserte Grafikfähigkeiten. Neben Windows- und Linux-Zielplattformen unterstützt es auch Android-Geräte, BeagleBone und Raspberry Pi.

Digia kündigt mit Qt Enterprise Embedded eine integrierte Lösung an, mit der Anwender sofort mit der Softwareentwicklung für ihre Embedded-Applikationen beginnen können. Qt Enterprise Embedded ist auf geringen Ressourcenbedarf getrimmt und enthält alle Tools für die Entwicklung von Embedded-Software.

Qt ist ein plattformübergreifendes Applikations- und User Interface (UI) Framework, das eine Entwicklung unabhängig vom Betriebssystem ermöglicht. Dabei nutzt das Framework die nativen Grafikroutinen und Eingabemasken (Widgets) der Ziel-Betriebssysteme. Das vereinfacht die Multi-Target-Entwicklung erheblich und sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild der Anwenung.

Qt Enterprise Embedded besteht aus zwei wesentlichen Teilen: einer Entwicklungsumgebung und einer Laufzeitumgebung namens »Boot to Qt Software Die Entwicklung erfolgt mit Qt Enterprise Bibliotheken, und die Umsetzung in einem Gerät, das über USB oder ein Netzwerk angeschlossen ist, kann über einen Klick aus Qt Creator erfolgen. Alternativ kann die Anwendung auf einem Emulator auf dem Host-System laufen, das den gleichen Software Stack betreibt wie das Zielgerät.

Laufzeitumgebung für Linux- und Android-Geräte

»Boot to Qt« ist ein ressourcenschonender Software Stack, der auf der Zielhardware installiert ist. Die Installation erfolgt durch Kopieren eines vorgefertigten Images aus der Entwicklungsumgebung auf die Speicherkarte des Zielgeräts oder direkt in den internen Speicher des Geräts. Der Stack steht im Embedded-Android- und Embedded-Linux-Format bereit. Die Embedded-Android-Variante nutzt den Android-Kernel und ausgewählte Middleware. Sie ist ein schlanker Software Stack, in dem Qt/QML die gesamte obere Java-Ebene ersetzt, einschließlich Grafik und die Dalvik VM. Entfernt wurde auch die Zygote-Prozessebene und der Android Home Screen, was eine bessere Spezifizierung der Nutzererfahrung mit dem Gerät ermöglicht. Der Embedded Linux Stack basiert auf dem herkömmlichen Linux-Kernel und verwendet das Yocto-Poky-Referenzsystem.

Qts Grafikfähigkeiten wurden durch OpenGL ES 2.0 erweitert. Diese Version der Grafik-Programmierschnittstelle wurde speziell für Embedded-Systeme und Mobilgeräte entwickelt. Damit lassen sich Grafikeffekte mit ruckelfreien Animationen und Übergängen sowie geglätteten 2D- und 3D-Animationen entwickeln – und das auch auf Geräten mit begrenzter Leistungsfähigkeit. Neben den plattform-übergreifenden Qt-APIs können Anwendungen, die mit Qt erstellt wurden, auch plattform- und gerätespezifische APIs direkt nutzen. Entwicklern steht es damit frei, jede Funktion zu integrieren, die ihre Anwendung erfordert.

Die Entwicklungsumgebung Qt Enterprise Embedded läuft auf Ubuntu Linux 64-Bit 12.04 LTS oder aktueller. Zur unterstützten Zielhardware zählen zum Zeitpunkt der Markteinführung:

  • Google Nexus 7 Tablet (Tegra 3, ARM Cortex-A9);
  • Beagle Board xM (ARM Cortex-A8);
  • Boundary Devices SabreLite (Freescale i.MX 6);
  • Raspberry Pi Model B (ARM11) und
  • BeagleBone Black (TI AM335x).

Digia kann den Software Stack auch auf kundenspezifische Hardware portieren. Der Qt Enterprise Embedded Emulator ist in die Entwicklungsumgebung integriert.

Alle Details zu unterstützter Hardware, weitere Informationen über Qt Enterprise Embedded und eine 30-tägige kostenlose Testversion finden sich auf der Digia-Homepage.