Gerücht bestätigt Microsoft ernennt neuen CEO

Satya Nadella, neuer CEO von Microsoft
Satya Nadella, neuer CEO von Microsoft

Der Software-Konzern Microsoft hat einen Nachfolger für den ausscheidenden CEO Steve Ballmer in den eigenen Reihen gefunden: Der bisher für das Firmenkunden- und Cloud-Geschäft zuständige Satya Nadella übernimmt die Führung des Windows-Herstellers.

Der Software-Konzern Microsoft hat einen neuen Chef in den eigenen Reihen gefunden. Der bisher für das Firmenkunden- und Cloud-Geschäft verantwortliche 46jährige gebürtige Inder Satya Nadella, der seit 1992 für Microsoft arbeitet, übernimmt die CEO-Position des Windows-Herstellers, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Microsoft-Gründer Bill Gates wird den Vorsitz des Verwaltungsrates abgeben und künftig eine neue Rolle als Technologieberater einnehmen.

In der 38-jährigen Firmengeschichte ist Nadella erst der dritte Chef. Steve Ballmer hatte im August 2013 erklärt, sich nach 13 Jahren an der Spitze innerhalb der nächsten zwölf Monaten zurückziehen zu wollen.

Die Suche nach einem Nachfolger von Ballmer gestaltete sich äußerst zäh. So gab es gerüchteweise zahlreiche externe Kandidaten wie Qualcomms COO Steve Mollenkopf oder interne Manager wie Stephen Elop, ehemaliger CEO des Handy-Herstellers Nokia, bevor die Finnen seine Gerätesparte an Microsoft verkauften. Ein anderer interner Kandidat war der ehemalige Skype-Chef Tony Bates.

Außerhalb des Unternehmens ist der 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad geborene Manager bislang nur wenig in Erscheinung getreten. Vor der Übernahme des Firmenkunden- und Cloud-Geschäftes war Nadella maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt, zudem war er für das Server-Geschäft verantwortlich. Vor seiner Microsoft-Karriere war der Elektroingenieur bei Sun Microsystems, das heute zu Oracle gehört, tätig.

Im Gegensatz zu Steve Ballmer, der für seine lauten und extrovertierten Auftritte bekannt ist, gilt Nadella als eher introvertierter Technologe und teamfähiger Manager. Laut Medienberichten soll ihn der neue Verwaltungsratsvorsitzende John Thompson im Dialog mit Investoren und Kunden unterstützen. Durch den Rücktritt von Bill Gates dürfte Nadella größere Freiräume genießen als Ballmer zuvor.

Ballmer übergibt einen Konzern, der in nahezu jedem Quartal hohe Gewinne vorweisen kann (im Geschäftsjahr 2013 waren es 21,862 Mrd. Dollar), der allerdings die Entwicklung in den Wachstumsmärkten bei Tablets und Smartphones verschlafen hat. Zudem musste Ballmer mit Windows Vista den "größten Fehler seines Lebens" einräumen. Der Versuch, mit den Kacheln von Windows 8 eine einheitliche Bedienoberfläche und letztlich ein einheitliches System vom Smartphone über das Tablet bis zum Desktop-PC zu etablieren, scheiterte zumindest bislang ebenfalls – mit Windows 8.1 legte Microsoft mittlerweile erste Korrekturen vor und versucht einen neuen Ablauf.

Angesichts dessen gehe es für den neuen CEO darum, "Microsoft komplett neu zu machen", wie Ballmer sein eigenes Vorhaben umschrieb. Er selbst habe das Gefühl bekommen, dass er als Teil des alten System eventuell dem Umbau im Wege stehe. "Egal, wie schnell ich verändern will, wird es bei allen Beteiligen – Mitarbeiter, Verwaltungsräte, Investoren, Partner, Kunden – Zweifel geben, dass ich es ernst meine", hatte Ballmer in seiner Rücktrittserklärung ausgeführt.

Nadella soll den Umbau Microsofts zu einem intergrierten Konzern für Hardware, Software und Dienstleistungen, der auch in den mobilen und Internet-gestützten Zukunftsmärkten signifikante Marktanteile erzielt, vorantreiben. Niemand wisse heute, was tatsächlich technologisch in zehn Jahren möglich sei, betonte er zuletzt in Paris auf der Konferenz LeWeb. Die Digitalisierung von nahezu allem sei auf gutem Weg. Er glaube, dass Daten und der vernünftige Umgang mit Daten die Zukunft prägen werden. Microsoft müsse sich jeden Tag neu erfinden. "Es würde uns nach 30 Jahren nicht mehr geben, wenn wir nicht in der Lage wären, neue Technologie-Wellen zu reiten."