Jahresergebnis Kontrons schmerzhafte Trendwende

Der Markt mit RFID-Systemen ist unvermindert auch in den nächsten Jahren ein lukratives Geschäft .
Kontrons Gesamtergebnis vor Zinsen und Steuern betrug im Geschäftsjahr 2013 -29,0 Mio. Euro.

Wegen hoher Restrukturierungskosten schließt Kontron das Geschäftsjahr 2013 mit erneut gestiegenen Verlusten ab. Durch Konzentration auf das Kerngeschäft und die Straffung von Standorten, Lieferantennetz und Produktspektrum soll die Trendwende gelingen.

In seinem Geschäftsbericht schlüsselt Kontron die Zahlen nach fortgeführten Geschäftsbereichen und dem Gesamtumsatz auf. Der Grund: Das Unternehmen ist gegenwärtig dabei, sich von den Aktivitäten des Projektgeschäfts Energie trennen und dazu steht noch der Verkauf einer größeren Tochtergesellschaft in Rußland aus. Die angegebenen Zahlen für die fortgeführten Geschäftsbereiche schaffen schon jetzt die Vergleichszahlen für das nächste Jahr.

Der gesamte Umsatz lag 2013 bei 526,5 Mio. Euro (2012: 547 Mio.). Insgesamt befindet sich Kontron also auf einem deutlichen Schrumpfkurs, der durch den Verkauf von Geschäftsbereichen noch verstärkt wird. Der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug 2013 445,3 Mio. Euro. Der Auftragseingang in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres sei "verhalten" gewesen, berichtet Kontron. Erst im vierten Quartal hätten die Bestellungen wieder angezogen. Da Kontron seine Embedded-Computertechnik in viele öffentliche Infrastrukturprojekte verkauft (Energietechnik, Verkehrstechnik) ist das Unternehmen auch von der europäischen Finanzkrise betroffen.

29 Millionen Verlust

Als Gesamtergebnis weist Kontron für die fortgeführten Geschäftsbereiche einen Verlust von 29,0 Mio. Euro aus (2012: 24,7 Mio. Euro). Darin sind Restrukturierungskosten in Höhe von 33,5 Mio. Euro enthalten.

»Wir haben 2013 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung angestoßen, das wie erwartet das Ergebnis belastet hat. Unsere ersten Erfolge der ‚New Kontron‘-Maßnahmen zeigen aber, dass wir damit die richtige Entscheidung getroffen haben,« sagt CEO Rolf Schwirz. Das Maßnahmenpaket besteht aus einer Konzentration der Standorte auf Augsburg und Deggendorf. Zudem steht rund ein Drittel des Produktportfolios auf dem Prüfstand. Dabei wurden bereits 800 Produkte identifiziert, die auf absehbare Zeit auslaufen werden. Weitere 1300 Produkte sollen in den kommenden sechs Monaten folgen. Mit dem verkleinerten Produktportfolio soll die Komplexität in Entwicklung, Produktion und Vertrieb verringert werden. Und schließlich soll das Netzwerk der Lieferanten und Vertriebspartner konsolidiert werden. Die Zahl der derzeit 1900 Lieferanten soll auf unter 500 sinken. Die mehr als 100 Vertriebspartner hat Kontron bereits auf weniger als 40 reduziert.