Quartalsbericht Kontron im Dauertief

Der Embedded-Computer-Hersteller leidet unter Umsatz- und Ertragsschwund. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

Ein Umsatz zwischen 460 und 480 Millionen Euro, eine Bruttomarge von über 25 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent – das war die Prognose, die Kontron Mitte März für das Jahr 2016 abgegeben hatte. Sie bewegte sich im Rahmen der Ergebnisse von 2015 (Umsatz: 470 Mio. Euro) und war damit nicht besonders ehrgeizig. Diese Prognose wurde im Juli mit dem Wechsel des Vorstands zurückgezogen. Die Zahlen für das dritte Quartal 2016 bestätigen jetzt den negativen Trend.

Der Umsatz bewegt sich auf dem Niveau der ersten beiden Quartale und ist um 21 Prozent niedriger als in Q3/2015. Der Auftragseingang ging gar um 29 Prozent zurück, die Bruttomarge lag bei 20,6 Prozent und das EBIT bei -6,7 Mio. Euro, jeweils in Relation zum dritten Quartal 2015. Beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) sind Restrukturierungs- und Einmalkosten berücksichtigt.

Für das zweite Halbjahr erwartet Kontron einen ähnlichen Umsatz wie im ersten Halbjahr. In den vergangenen drei Quartalen hat Kontron jeweils um 90 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, macht bisher kumuliert 270 Millionen. Das vierte Quartal ist traditionell das stärkste, aber bei der gegebenen Prognose wird Kontron die 400-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz 2016 nicht schaffen. Der Ertrag soll aufgrund von Restrukturierungskosten weiter zurückgehen.

Der Vorstand unter Sten Daugaard arbeitet bereits an neuen Restrukturierungsmaßnahmen. Dazu zählen Kostensenkungen und die Überarbeitung des Produktportfolios.

Um den Kontron-Umsatz international einzuordnen, hilft ein Vergleich mit Advantech: Dieser Wettbewerber hatte 2015 einen Umsatz von etwas über 1 Milliarde Euro und war im ersten Quartal 2016 um 14,7 Prozent gewachsen.