Fraunhofer-Gesellschaft Institut für Sichere Software »verselbständigt« sich

Professor Dr. Claudia Eckert – Leiterin der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit.
Professor Dr. Claudia Eckert – Leiterin der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit.

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Software in München, bisher ein Ableger des Fraunhofer SIT aus Darmstadt, wird eine eigenständige Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC.

Die Münchner Projektgruppe Sicherheit und Zuverlässigkeit des Fraunhofer SIT ist seit 1. Juli eine selbstständige Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit. Dies beschloss der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft. In München arbeiten die Forscher daran, die Sicherheit von Cloud-Computing und Eingebetteten Systemen zu erhöhen. Weitere Ziele sind, Produktpiraterie zu verhindern oder vernetzte kritische Infrastrukturen zu schützen.

Nicht nur in Computer und Handy steckt Informationstechnologie. Mittlerweile sind alle Lebensbereiche von IT durchdrungen, so ist etwa das Auto heute ein fahrender Großrechner mit mehr als 80 kleinen Computern. Anwendungen wandern von der eigenen Festplatte in die Cloud, auf die Server eines Dienstleisters. Dass diese Anwendungen sicherer und zuverlässiger werden, daran arbeiten über 60 Forscher in Garching bei München. Der Münchner Teil des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT ist jetzt selbständig und hat einen neuen Namen: »Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit, Fraunhofer Research Institution for Applied and Integrated Security AISEC.« Prof. Claudia Eckert, langjährige Leiterin des SIT in Darmstadt, wird die neue Einrichtung leiten.

Fraunhofer-Institute erhalten eine Grundfinanzierung vom Staat. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie fördert den Aufbau der Einrichtung mit einer Anschubfinanzierung. Ein Drittel ihres Budgets müssen die Fraunhofer-Einrichtungen durch Drittmittel aus der Industrie akquirieren. Zu den Partnern des Münchener AISEC gehören Infineon, BMW, Giesecke & Devrient, die Deutsche Telekom, NSN, Siemens, die Deutsche Post, Salesforce, Fujitsu und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI.

Während in Darmstadt vorwiegend Fragen der Sicherheit von Software und Anwendungen behandelt werden, arbeiten die Münchner an kompletten Systemsicherheitslösungen. In der Zukunft will Prof. Eckert die Aktivitäten ihres Instituts auch auf die Themen SmartGrid und SmartMobility inklusive Automotive-Security und Elektromobilität ausdehnen.