IT-Infrastruktur und Stromverbrauch Greenpeace fordert von IT-Firmen CO2-bewussten Stromeinkauf

Sieht schmutzig aus, ist aber sauber: Island produziert fast seine gesamte Energie aus geothermalen Quellen.

Cloud Computing könnte den Stromverbrauch der IT-Industrie weit stärker steigen lassen als bisher prognostiziert, fürchtet Greenpeace. Deshalb fordert der Umweltverband die Unternehmen auf, bei der Strombeschaffung auf erneuerbare Energien zu setzen.

Insbesondere Facebook steht in der Kritik: Das Unternehmen hat jüngst die Einrichtung eines neuen Rechenzentrums in Oregon angekündigt und setzt dabei auf den Energieversorger Pacific Power Corp. Dieser Lieferant produziert seinen Strom überwiegend in Kohlekraftwerken. »Damit hat Facebook die Chance versäumt, ein Signal für erneuerbare Energien zu setzen und stärkt stattdessen die Macht der Kohlenlobby im Versorgungsnetz der US-Staaten,« schreibt Prajna Khanna, Communications Manager von Greenpeace International.

Rechenzentren und Telekommunikationsnetze sind die Kernbestandteile der IT- und Internetwirtschaft. Sie sollen bis 2020 weltweit pro Jahr 1963 Milliarden Kilowattstunden an elektrischer Leistung verbrauchen, prognostiziert ein Report von Smart 2020. Das ist mehr als der Stromverbrauch von Frankreich, Kanada, Deutschland und Brasilien zusammen. Durch den Trend zum Cloud Computing könnte sich der Stromhunger der IT-Industrie noch weiter verstärken.

Auch Geräte wie das Apple iPad sind letztlich »Cloud-Geräte«, weil sie über die Telecom-Infrastruktur auf Informationen in den Rechenzentren zugreifen. Durch das starke Wachstum der Cloud und eine befürchtete Verdreifachung des Stromverbrauchs wird die IT-Industrie zu einem Treiber des globalen Klimawandels – sofern die Unternehmen nicht verstärkt auf erneuerbare Energien setzen und Initiativen und Gesetze zur CO2-Reduktion unterstützen.

Greenpeace sieht IT-Unternehmen wie Google, Microsoft und IBM in einer starken Position und fordert sie auf, nicht erst darauf zu warten, bis die Regierungen entsprechende Maßnahmen vorschreiben. Stattdessen sollten Sie den Wandel selbst gestalten und sich zu Fürsprechern der erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne machen.