2. Spitzentreffen Industrie 4.0 Fraunhofer IPA stellt neuste Entwicklungen vor

Vernetzung und Echtzeitdatenerhebung für die Industrie 4.0
Vernetzung und Echtzeitdatenerhebung für die Industrie 4.0

Cyberschrank, Bio-Licht, Mixed-Reality: Beim »2. Spitzentreffen der Industrie 4.0« zeigte das Fraunhofer IPA am Dienstag seine neusten Weiterentwicklungen für die Zukunft der Produktion. Über deren Praxistauglichkeit muss jedes Unternehmen selbst entscheiden.

Im Juli 2016 hat das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) die Studie »Industrie 4.0: Entwicklungshelfer für den Mittelstand« veröffentlicht. Die Ergebnisse haben die Forscher dafür eingesetzt, ihr Applikationszentrum Industrie 4.0 weiterzuentwickeln. Beim »2. Spitzentreffen Industrie 4.0 live« am 25. Juli präsentierten die Wissenschaftler ihre neuen und erweiterten Demonstratoren sowie deren industrielle Umsetzung.

Mixed Reality

Als erstes Entwicklungsfeld für Industrie 4.0 haben die IPA-Forscher die »Digitalisierung der Wertschöpfung« identifiziert. Eine Mixed-Reality-Lösung ermöglicht die echtzeitnahe Erstellung einer Datenbasis, Voraussetzung für weitere Optimierungsmaßnahmen. Sämtliche Maschinen und Anlagen, die beim 2. Spitzentreffen zu sehen sind, haben die Fraunhofer-Wissenschaftler an die Cloud-Plattform Virtual Fort Knox (VFK) angebunden. Ebenfalls damit vernetzt ist eine HoloLens-Brille mit 3D-Raumerkennung. Der Träger erhält nun die echtzeitnahen Maschinendaten auf einem virtuellen Dashboard angezeigt.

Cyberschrank steigert Effizienz beim Werkzeugmanagement

Als weiteren neuen Demonstrator zeigt das Fraunhofer IPA den Cyberschrank. Die Anwendung sieht aus wie ein herkömmlicher Werkzeugschrank, ist aber mit der Anbindung an VFK über den Manufacturing Service Bus (MSB) mit allen anderen Maschinen vernetzt. Über Endgeräte wie Tablets, Smartphones oder Computer kann sich der Nutzer jetzt anzeigen lassen, wie die Werkzeuge und Materialien verplant sind. Es ist auch möglich, das Dashboard mit der HoloLens-Brille virtuell abzurufen.

Personalisierte Produkte

Im zweiten Entwicklungsfeld »Das personalisierte Produkt« zeigt das Fraunhofer IPA, wie Kundendaten echtzeitnah erhoben und in den Produktionsprozess integriert werden können. Verdeutlicht wird dies am Beispiel einer Brille, die mit 3D-Druck hergestellt wird. Dafür scannt die Anwendung »IRIS Scan« das Gesicht eines Freiwilligen. Über die dazugehörige App kann dieser persönliche Vorlieben wie Muster, Farbe und Schriftzüge eingeben. Die Daten werden anschließend an den 3D-Drucker »3D-Fab« übermittelt, dieser legt sofort los und stellt die Brille her. Ein Modul zur Inline-Qualitätsüberwachung prüft den Vorgang und meldet, wenn Abweichungen entstehen. Im Hintergrund laufen Analytics Apps, die Rückschlüsse für die weitere Produktion ziehen. Der Showcase geht auch darauf ein, welche Verfahren und Materialien sich für den 3D-Druck eignen und für welche weiteren Produktionsszenarien das Scan-Verfahren in Frage kommt.