Malwarebytes Quartalsbericht Erpressungstrojaner im Trend

Schadsoftware entdeckt man erst, wenn es bereits zu spät ist
Schadsoftware entdeckt man erst, wenn es bereits zu spät ist

Das zweite Quartal 2017 verzeichnet einen großen Anstieg im Ransomware-Bereich, dank alter Bekannter und neuer Bedrohungen. Dies geht aus einem Bericht der Firma Malwarebytes zur Sicherheit im Netz hervor.

Jaff, Locky, Petya, Cerber. Was wie die Künstlernamen der Mitglieder einer Indie-Rockband klingt, sind tatsächlich Schadprogramme die dieses Jahr das Internet für Windows-Nutzer unsicher machten. Sie stehen zwar im Schatten ihres großen Bruders WannaCry der in diesem Mai die Schlagzeilen diktiert hat, stehen ihm aber in Sachen Schädlichkeit in nichts nach.

Cerber – Der Streber

Die Cybersecurity-Firma Malwarebytes hat ihren Cybercrime-Bericht für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht. Darin zeigt sich, dass Ransomware circa 60% aller entdeckten Schadprogramme im letzten halben Jahr ausmachte, mit einem rasanten Anstieg im Juni. WannaCry ist also kein Einzelkind, sondern das prominenteste Beispiel der aktuell dominierenden Malware. Unter den Ransomware-Programmen für Windows hält Cerber nach wie vor die Spitzenposition mit einem Anteil von circa 90 %. Besonders perfide: Cerber hat sich mit anderen Schadprogrammen wie Kovter und Boaxxee zusammengetan. Ein falscher Klick und drei unterschiedliche Schadprogramme verschlüsseln Daten, stehlen Passwörter und öffnen die Tür für weitere unerwünschte Software.

Jaff – der Neue

Seit Mai 2017 ist den Sicherheitsexperten eine Ransomware, die sie Jaff tauften, bekannt. Sie erschien fast zeitgleich mit WannaCry und sorgte damit für einige Verwirrung in der Cybersecurity-Branche. Jaff nutzt zur Verbreitung das Nescurs Botnet und verfügt damit über eine außergewöhnlich hohe Reichweite. Die Sicherheitsexperten von Malwarbytes gehen davon aus, dass die Spitze der Ausbreitung dieser Schadsoftware noch nicht erreicht ist. Äußerlich ähnelt sie Locky, einer immer mal wieder aufkommenden Ransomware mit geringer Reichweite.