Adlink Ehrgeizige Wachstumspläne

Agilent-Investment soll PXI-Business beflügeln. CEO Jim Liu will mit »Deutscher Qualität und taiwanischer Fertigung-Effektivität« im hiesigen Markt expandieren.

Aufgrund der schon seit einigen Jahren existierenden Zusammenarbeit im PXI-Segement hat Agilent nun durch ein 50-Millionen-Investment 7,3 Prozent der Anteile an Adlink erworben. »Die genaue Höhe der Investition ist eigentlich zweitrangig,« sagt Jim Liu, CEO von Adlink. »Viel wichtiger ist die strategische Zusammenarbeit, die sich daraus ergibt.« Dabei hat er z.B. den Austausch von Patenten im Blick und eine langfristig stabile Geschäftspartnerschaft mit Agilent. Denn seit einigen Jahren ist Agilent im PXI-Geschäft tätig, also mit modularen Computersystemen auf CompactPCI-Basis, die mit den zusätzlichen Signalen für Messen und Testen ausgestattet sind. Der PXI-Standard stammt von National Instruments (NI) und dementsprechend ist der dominierende Anbieter von PXI-Karten und -Systemen. »PXI ist ja ein offenes System,« sagt Jim Liu, »und zur Offenheit gehöhrt, dass es auch einen Alternativ-Anbieter gibt.« Genau diese Alternative wollen Agilent und Adlink bilden. Testsysteme von Agilent stecken in vielen asiatischen Fertigungsanlagen. Während Agilent eher den High-End-Markt adressiert, will Adlink Komponenten beisteuern, die preisgünstiger sind und trotzdem viele allgemeine Anforderungen abdecken.

Deutschland wichtigster Wachstumsmarkt

Ansonsten sagt Jim Liu: »Deutschland ist für uns der wichtigste Wachstumsmarkt. Die meisten unserer Konkurrenten kommen aus Deutschland.« Deshalb zeigt Adlink hierzulande ein starkes Engagement: Erst die Akquisition von Lippert, jetzt die Einstellung von Dirk Finstel, der von Kontron kommt und für die weltweite Expansion zuständig ist. Vorwiegend soll Dirk Finstel sich jedoch um den weiteren Aufbau des Deutschland-Geschäfts kümmern, sagt Jim Liu. Dabei hat er genaue Vorstellungen davon, was passieren muss: »Die Kunden brauchen hohe Qualität, einen guten, lokalen Support und günstige Preise – in dieser Reihenfolge«. Und da will Liu das beste aus Asien und Europa zusammenbringen: »Deutsche Qualität und die effektive Fertigung in Taiwan, die zu günstigen Preisen führt.« Das bedingt aber auch, dass beide Kulturkreise innerhalb der Firma zusammenarbeiten müssen. Dies zu befördern, ist u.a. die Aufgabe von Dirk Finstel.

2008 hat Adlink den amerikanischen Industriecomputer-Hersteller Ampro gekauft. Der Umsatz, damals, 20 Mio. Dollar, sank 2009 durch Konsolidierungseffekte und die Wirtschaftskrise auf 17 Mio. Im vergangenen Jahr lag er bei 60 Mio. Diese Erfolgsgeschichte würde Liu gerne mit seiner deutschen Akquisition wiederholen. »Uns ist klar, dass wir im Computerboard- und Modulgeschäft noch hinter den großen deutschen Anbietern sind, aber mit unserem globalen Ansatz haben wir großes Wachstumspotential,« sagt Jim Liu.