Server-on-Modules Die Rechenleistung wächst mit

»Edge«-Rechner, die sich an den Rändern der Netzwerke der Telekommunika­tionsanbieter befinden, sowie industrielle Server müssen zunehmend mehr leisten. COM-Express-Typ-7-Module können Performance-Sprünge besonders kosteneffizient meistern.

Die Downstream-Performance-Ansprüche von SaaS- und Streaming-Diensten steigen konstant. Auch die Upstream Workloads steigen durch IoT-Applikationen mit Sprachsteuerung wie Alexa, Siri und Cortana oder zigtausenden Vision-Sensoren immens. Um diesen Datenverkehr besser auszubalancieren entstehen zunehmend Edge- und Fog-Serverfarmen in Form kompakter Serverkonfigurationen zwischen den zentralen Clouds und den Endgeräten, die im Telekommunikationssektor auch „Cloudlets“ oder industrielle Clouds genannt werden. Solche dezentralen Rechenzentren, die nicht nur von Carriern sondern auch von industriellen Anbietern sowie kommerziellen Anbietern wie Amazon oder Microsoft betrieben werden, haben in einem ersten Schritt eine bessere Netzlastverteilung zur Sicherstellung der jeweiligen Service-Qualität ermöglicht. Diese Dezentralisierung ist auch weiterhin essenziell. Nur können Betreiber diese Zentren nicht endlos erweitern, um steigenden Performance-Ansprüchen weiter zu begegnen. Zum einen ist der Platz, um weiter zu expandieren, oft nicht vorhanden – insbesondere nicht, wenn das beispielsweise in kleinen Cloudlet-Serverinstallationen an den Mobilfunksendemasten erfolgen soll. Zum anderen ist es aber auch nicht sinnvoll, bestehendes Equipment bereits nach wenigen Jahren wieder komplett durch neue, leistungsfähigere Hardware zu ersetzen, denn – zumindest im Carriersegment – sinkt die Ertragslage pro Gigabit Bandreite konstant. Der notwendige Return on Investment verlängert sich folglich.

Nur das Nötigste austauschen

Betreiber solcher Hochverfügbarkeits-Serverfarmen suchen deshalb nach Lösungen, wie sie ihre Investitionen in neue Rack Performance möglichst effizient umsetzen können. Es muss eine Lösung sein, die standardisiert ist, denn nur so gibt es die Gewähr, dass sie über Jahrzehnte hinweg bestand hat. Da größtenteils 19-Zoll-Rackserver eingesetzt werden, sollte man sich an diese Bauweise halten, um als ersten Schritt die Infrastruktur beizubehalten. Aber schon der Austausch einzelner Rackserver kommt einem Re-Investment von rund 80 Prozent gleich. Besser wäre es deshalb, dieses Investitionsverhältnis umzukehren, damit nur 20 Prozent Upgrade-Kosten anfallen. Aber wie lässt sich dieses Verhältnis erreichen?

Schaut man auf die Technologie, die der Leistungsträger des Performance-Sprunges ist, so sind es in der Regel die Prozessoren, die das neue Leistungsniveau bestimmen. Kann man aber Prozessoren einfach so auswechseln? Leider nein. Intel und AMD haben es bislang nicht geschafft, eine Sockeltechnologie für Server zu entwickeln, die verlässlich länger Bestand hat als eine Tick-Tock-Generation. Das Board und damit oft auch das gesamte Innenleben eines Servers muss damit ausgetauscht werden. Das alte Gehäuse, ohnehin der kleinste Kostenblock bei neuen Systemen, wird dann oft ebenfalls entsorgt. Doch dieses Prozedere muss nicht mehr sein, denn es gibt nun auch auf Modulebene einen herstellerunabhängigen Standard, der es ermöglicht, über Sockelgenerationen hinweg, bestehendes Equipment mit neuesten Performance Upgrades zu versorgen. So lassen sich in vielen Fällen zwei bis drei Prozessor- und Performance-Generationen nutzen, ohne Rackserverboards oder gar ganze Systeme austauschen zu müssen. Nun mögen mache Hersteller sagen: Das gibt es bei mir doch schon! Und ja, es gibt auch Server mit Prozessormodulen. Doch diese sind proprietär, binden den Kunden also an den Hersteller.