Intel-Marktstudie Die Cloud – der USB-Stick des Internet-Zeitalters

Die Akzeptanz von Cloud-Lösungen steigt bei vielen deutschen Unternehmen. Sicherheitsbedenken bleiben trotzdem, weil über die Cloud auch unkontrolliert Daten eingeschleust werden können.

Zweimal im Jahr lässt Intel Security eine weltweite Marktstudie zur Cloud-Nutzung durchführen. Dazu werden 1400 IT-Entscheider aus verschiedenen Ländern der Erde befragt. Der Grund-Tenor: Die Absicherung von Daten ist das entscheidende Kriterium, ob und wie schnell Unternehmen ihre Infrastruktur auf die Cloud umstellen. 

Deutsche Unternehmen haben kräftig in die Cloud-Nutzung investiert. 94% der deutschen Befragten nutzen demnach bereits Cloud-Dienste. Im Durchschnitt dauert es 27 Monate, bis eine Firma ihr Rechenzentrum komplett ausgelagert und auf einen Cloud-Dienst umgestellt hat. Nach Aussage von Raj Samani, Chief Technology Officer bei Intel Security EMEA, geben die Unternehmen 15 Monate nachdem sie sich für die Cloud entschieden haben, beriets 80% ihres IT-Budgets für Cloud-Dienstleistungen aus.

Das Vertrauen in öffentliche Cloud-Services hat zugenommen. Im letzten Jahr vertrauten nur 49% der Befragten darauf, dass Daten in der Public Cloud sicher sind – dieses Jahr sind es schon 63%. Trotzdem sind längst nicht alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt, zumal fast die Hälfte der deutschen Befragten bereits Sicherheitsvorfälle aufgrund von Cloud-Anwendungen zu berichten hatten. Als Problem hat sich dabei die sog. »Schatten-IT« erwiesen. Nicht von der IT-Abteilung eingeführte Dienste aus der öffentlichen Cloud machen laut den deutschen Umfrageteilnehmern knapp 40% in deren Unternehmen aus. Die Verantwortlichen schätzen, dass sie davon nur knapp in die Hälfte davon ausreichend Einsicht haben, aufgrund dessen auch die Hälfte der Befragten Beeinträchtigungen in der Absicherung ihrer Cloud-Dienste erwarten. Wo früher Daten durch USB-Sticks in das Unternehmen eingeschleppt wurden, geschieht dies heute durch Cloud-Dienste wie z.B. Dropbox.

Am meisten vertrauen deutsche Unternehmen immer noch der Private Cloud – 88% würden ihr sensible Daten anvertrauen.  Im vergangenen Jahr war die Private Cloud mit 54% noch das am häufigsten genutzte Modell in deutschen Unternehmen. Die ausschließliche Nutzung privater Clouds ist aber im Rückgang begriffen. Die meisten Firmen – etwas 65% – nutzen ein hybrides Modell aus öffentlicher und privater Cloud.

Als Wachstumstreiber erweist sich »Software-as-a-Service«: Es ist der am häufigsten genutzte Cloud-Dienst ist mit 61%, gefolgt von Infrastructure-as-a-Service (51%) und Platform-as-a-Service (32%). In diese drei Dienste soll auch künftig am stärksten investiert werden.

Eine Bremse bezüglich der Akzeptanz von Cloud-Diensten ist die Angst vor Datendiebstahl und -manipulation: Die größten Bedenken im Umgang mit der Private Cloud haben deutsche Unternehmen nicht in Bezug auf Behinderungen der Arbeitsabläufe, sondern in Bezug auf Sicherheitsfragen. 36% befürchten Probleme mit dem Identity- und Access-Management, gefolgt von Advanced Targeted Attacks und Advanced Persistent Attacks (32%).