Industrie-Computer Dell will industrieller werden

Bild 2. Rack Server, wie sie in Schalt- und Server-Schränken verbaut sind, sind die meistverkauften Geräte des OEM-Geschäftsbereichs von Dell.
Rack Server, wie sie in Schalt- und Server-Schränken verbaut sind, sind die meistverkauften Geräte des OEM-Geschäftsbereichs von Dell.

Dell Computer will das Geschäft seiner OEM-Sparte stärker in den industriellen Bereich ausdehnen. Im Internet der Dinge sieht der Hersteller eine große Chance für Wachstum – allerdings nicht bei den Dingen, sondern bei der Infrastruktur.

Die PC-Hersteller haben es schwer – weil viele Kunden lieber ein Smartphone oder Tablet kaufen, statt sich zuhause einen Computer hinzustellen. Dementsprechend groß sind die Umbrüche im Markt. So hat z.B. der Computerkonzern Hewlett Packard die Zahl seiner Mitarbeiter von 2011 bis 2014 von 349.000 auf 302.000 reduziert. Im letzten Jahr schockte HP die Branche mit der Nachricht, noch mal 31.000 Stellen abzubauen, weil im zweiten Quartal der Umsatz um 25 Prozent eingebrochen war. Um Dell ist es in den letzten Jahren hingegen ruhig geblieben, vor allem deshalb, weil das Unternehmen die Börse verlassen hat und keinen Berichtspflichten mehr unterliegt. 2013 hatte der Firmengründer Michael Dell das Unternehmen mit Hilfe des Finanzinvestors Silver Lake für 24,9 Milliarden Dollar (damals 18,1 Mrd. Euro) zurückgekauft und reprivatisiert. Dennoch ist auch bei Dell viel in Bewegung, was man anhand zahlreicher Akquisitionen festmachen kann. Diese Akquisitionen – bei denen es sich vorwiegend um Software-Firmen handelt – dienen dazu, neue Geschäftsfelder für Dell zu erschließen und Synergien mit der Hardware zu schaffen.

Wachsender Geschäftsbereich OEM

Doch auch das Kerngeschäft mit Computer-Hardware hat sich bei Dell stark verändert. Dell war zunächst mit dem Internet gewachsen und hatte dieses Medium erfolgreich als Verkaufskanal entwickelt. Die Kunden konnten ihre Geräte in einem Internet-Shop konfigurieren und wurden direkt von Dell beliefert. „Heute konfiguriert kein Mensch mehr seinen PC. Die Kunden wollen entweder das preiswerte, das mittlere oder das leistungsstarke Modell – und zwar so schnell wie möglich“, sagt Dermot O‘Connell. Er leitet den Bereich OEM Solutions bei Dell. In diesem Geschäftsbereich verkauft Dell seine Geräte an Kunden, die mit zusätzlicher Wertschöpfung eigene Produkte daraus machen. Deshalb gibt es hier auch nicht unbedingt Geräte von der Stange. Die Produkte werden nach den Wünschen der Kunden angepasst – allerdings in Grenzen, und die sind so gesetzt, dass eine Standardisierung insofern erhalten bleibt, als dass Dell für die Geräte langfristig weltweite technische Unterstützung leisten kann.