ARM CoreSight SoC-600 Chip-Debugging ohne JTAG

Debugging über Peripherieschnittstellen mit ARM CoreSight SoC-600.
Debugging über Peripherieschnittstellen mit ARM CoreSight SoC-600.

Mit CoreSight SoC-600 schafft ARM eine Möglichkeit, Debug-Informationen über Peripherieschnittstellen auszulesen statt über die traditionelle JTAG-Schnittstelle.

Bei der Hardware-Software-Integration sind Entwickler darauf angewiesen, genau nachverfolgen zu können, in welcher Art und Weise ein Chip Befehle ausführt. ARM bietet dazu im Chip integrierte Funktionseinheiten an, die sog. CoreSight-IP, die – wie der Name andeutet – den Blick in den Prozessorkern erlaubt. CoreSight gibt es in verschiedenen Ausbaustufen, d.h. der Blick kann mehr oder weniger detailliert sein und je nach Bedarf des Entwicklers kann auch Trace-Speicher hinzugefügt werden, um Laufzeit-Daten aufzuzeichnen.

Um die Debug-Informationen vom Chip ins Entwicklungssystem zu bringen, gibt es eigene Schnittstellen. Traditionell sind dies die JTAG-Schnittstelle (IEEE-1149.1) und Serial Wire Debug. Diese Schnittstellen sind aber meist nur in einem frühen Stadium des Produktlebenszyklus verfügbar, da sie entweder nur auf Entwicklungsboards vorhanden sind oder aus Sicherheitsgründen für die Serienproduktion deaktiviert werden.

Um Abhängigkeiten von solchen Standards zu entfernen, implementiert ARM mit »CoreSight SoC-600« eine neue Debug- und Trace-Architektur, die Entwicklern eine Hochdurchsatz-Trace- und Infield-Debug-Zugänglichkeit über vorhandene Peripherie-Schnittstellen bietet. CoreSight SoC-600 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem ARM IP Portfolio, dem DS-5 Development Studio und dem ARM Tools Ökosystem entwickelt.

Momentan befindet sich CoreSight SoC-600 noch in einem frühen Stadium und existiert nur als IP (Intellectual Property) – es existieren also noch keine Chips, die die Funktion enthalten. Nach Angaben von ARM zählt STMicroelectronics gehört zu den ersten Lizenznehmern von CoreSight SoC-600.