Neue Fernseher CES: Samsung setzt auf Tizen

Samsung Fernseher des Modelljahres 2015 laufen mit den Betriebssystem Tizen.
Samsung Fernseher des Modelljahres 2015 laufen mit den Betriebssystem Tizen.

Samsung will alle seine Smart-TVs, die 2015 auf den Markt kommen, mit dem Linux-Betriebssystem Tizen ausstatten. Auf der CES wurden die ersten Geräte vorgestellt.

Während andere Hersteller auf Android setzen, schwimmt Samsung gegen den Strom: Die Fernseher des Modelljahres 2015 laufen mit dem Betriebssystem Tizen. Die Entwicklung von Tizen war seit 2012 von Intel und Samsung finanziert worden. Die Wurzeln von Tizen gehen auf Intels »Maemo« und später »MeeGo« zurück, die für Netbooks mit Atom-Prozessoren entwickelt wurden. Netbooks waren kleine, kompakte und preisgünstige Notebooks, die mit den ersten Atom-Prozessoren auf den Markt kamen und deren Erfolg mit dem Aufkommen der Tablet-Computer schnell endete. Auch die Weiterentwicklung des Netbook-Betriebssystems MeeGo verlief dann alsbald im Sande, zumal die Netbooks auch mit Windows funktionerten und hier auf den riesigen Bestand an Windows-Applikationen zurückgreifen konnten.

Auf dem Mobile World Congress 2014 hatte Samsung angekündigt, Smartphones mit Tizen auf den Markt bringen zu wollen. Obwohl bereits ein mit Tizen laufendes Galaxy S5 gesichtet wurde, wurde dieses Vorhaben dann aber wieder fallen gelassen – wegen des schmalen Angebots an Tizen-Apps. Stattdessen brachte Samsung eine SmartWatch mit Tizen auf den Markt.

Und nun die Fernseher. Auch hier ist – wie bei den Watches – ein großes Angebot an Apps für die Kunden nicht kaufentscheidend. Genutzt wird zumeist, was der Hersteller auf den Gerät vorinstalliert. Samsung macht sich mit Tizen einerseits von Google und Android unabhäniger, andererseits könnte es auch bedeuten, dass man statt Prozessoren von Samsungs Haus- und Hoflieferant Qualcomm in Zukunft auch andere SoCs in den Samsung-TVs finden könnte. Denn Samsungs Entwicklungspartner von Tizen ist Intel. Bei der Entwicklung von Tizen wurde großer Wert auf Portabilität und Plattformunabhängigkeit gelegt.

Wenn Samsung für sich selbst auch gerne Unabhängigkeit beansprucht – für die Kunden gilt das natürlich nicht. Denn die neuen Tizen-Smart-TVs verbinden sich nicht mit beliebigen Mobilgeräten, sondern nur mit »kompatiblen Samsung Smartphones«. Ansonsten können die Geräte sich mit einigen amerikanischen Streaming-Diensten verbinden und im Laufe des Jahres 2015 will Samsung noch einen eigenen Video-Downloaddienst in Zusammenarbeit mit Technicolor und Dreamworks vorstellen.