Ab 2018 CeBIT findet künftig im Juni statt

Messegesellschaft und Ausstellerbeirat ziehen die Reißleine und krempeln die CeBIT um. Die Messe soll ein jüngeres Publikum ansprechen und zum Technologiefestival mit Eventcharakter werden.

In Ihren besten Zeiten um die Jahrtausendwende hatte die CeBIT einst 800.000 Besucher. Der Autoverkehr auf dem Messeschnellweg wurde so umgelenkt, dass sämtliche Fahrspuren auf Richtung Messegelände führten. Trotzdem herrschte allgemeines Verkehrschaos. Ebenso in den öffentlichen Vekehrsmitteln: Die Stadtbahnen waren zum Bersten voll und wer nicht am Hauptbahnhof oder dem zentralen Umsteigepunkt Aegidientorplatz einstieg, musste mitunter mehrere überfüllte Bahnen passieren lassen, bevor man sich in einen Zug hineinpressen konnte. Die Hotelkapazitäten reichten bei weitem nicht aus und viele Besucher wichen in Privatquartiere aus, für die es eigens eine Quartierbörse gab – sozusagen ein analoger Vorläufer von Airbnb.

Inzwischen herrscht weder Bettenknappheit noch muss man im Regelfall volle Bahnen vorbeifahren lassen. Die Zahl der Besucher ist auf rund 200.000 geschrumpft. Damit ist die CeBIT zwar immer noch eine Großveranstaltung – Besorgnis dürfte aber der kontinuierliche Abwärtstrend über die Jahre auslösen. Deshalb haben sich Messegesellschaft und Ausstellerbeirat nun entschlossen, die Messe zeitlich zu verlegen und das Konzept umzugestalten.

»Digitalcampus« auf dem Freigelände

Die CeBIT 2018 findet vom 11. bis 15 Juni statt und wird sich um das Freigelände mit dem Holzdach gruppieren. Dieses Freigelände soll sich als »Digitalcampus« präsentieren. Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, sagt: »Dort werden wir den zentralen d!campus einrichten. Er wird Ort der Begegnung, für Showcases und Open-Air-Inszenierung, Austausch und Party.« Abends sollen auf diesem Campus Events stattfinden, die auch für das allgemeine Publikum geöffnet sind.

Die Messe ist in drei Teile gegliedert, für die die Messegesellschaft sich eigene Markenbezeichnungen ausgedacht hat:

Angebote zu allen Themen der Digitalisierung von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern finden sich im Bereich »d!conomy«. Disruptive Technologien, Forschung und Startups zeigen ihre Visionen im New-Tech-Festival unter der Marke »d!tec«. Das inhaltliche Programm in Konferenzen, Workshops und Keynotes wird unter dem Namen »d!talk« den Raum für Diskussion und Wissensvermittlung auf der gesamten Event-Plattform bieten.

Zwar dauert die CeBIT 2018 offiziell fünf Tage, allerdings ist der erste Tag ausschließlich für die Medien reserviert. Er legt den Fokus auf die Diskussion zwischen den Topentscheidern der Digitalindustrie und der Politik und endet mit der »Welcome Night«. An den Tagen Dienstag bis Donnerstag stehen die professionellen Besucher bei d!conomy, d!tec und d!talk im Mittelpunkt. Mit einem großen Event-Highlight am 14. Juni wird die Brücke zu einem allgemeinen Publikumstag geschlagen, für den Teile der neuen CeBIT und der d!campus geöffnet werden.