Gastkolumne – Elektronik-Seitenblick C-3PO gegen den Terminator

Sind wir bereit für künstliche Intelligenz?
Sind wir bereit für künstliche Intelligenz?

Was verbinden Sie mit dem Schlagwort »künstliche Intelligenz«? Skynet, die Matrix, HAL9000? Sebastian Hör von Rutronik hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht.

Science-Fiction-Bücher und -Filme, in denen künstliche Intelligenz auf die eine oder andere Art und Weise eine Rolle spielt, zeichnen meist ein düsteres Bild: Maschinen, von Menschen gemacht, um sich das Leben zu erleichtern, verfolgen ihre eigene Agenda. Sie vernichten oder versklaven ihre einstigen Herren, die fortan dazu verdammt sind, als lebende Bioenergiezellen dahinzuvegetieren oder durch nukleare Wüsten zu streunen.

Was für die Filmemacher zur damaligen Zeit noch Science Fiction war, ist für Drehbuchautoren heute in greifbare Nähe gerückt: Ein vom MIT entwickelter Deep-Learning-Algorithmus schaffte es kürzlich, Sarkasmus in Beiträgen auf Twitter mit einer Trefferquote von 82 Prozent zu erkennen – menschlichen Testpersonen gelang dies nur in 76 Prozent der Fälle. Und längst haben wir uns daran gewöhnt, dass Schach- und Go-KIs menschliche Großmeister mit schöner Regelmäßigkeit vom Brett fegen. Steht der Aufstand der Maschinen also kurz bevor?

Selbst zwei Schwergewichte der Technologieszene sind sich über diese Frage uneins: Jüngst gerieten Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Tesla-CEO Elon Musk aneinander. Obwohl beide in ihren Unternehmen auf künstliche Intelligenz setzen – Zuckerbergs soziales Netzwerk will Googles Vorsprung einholen, Musks Elektroautos setzen beim vollautomatisierten Fahren auf KI-Technologie – kommen sie zu unterschiedlichen Schlüssen. Während sich Zuckerberg von künstlicher Intelligenz langfristig positive Effekte verspricht, warnte Musk schon mehrfach vor der Gefahr, die von selbstlernenden, intelligenten Maschinen ausgeht und fordert eine staatliche Regulierung von KI-Systemen.

Bis es soweit ist, bieten sich die jetzt schon erhältlichen digitalen Assistentinnen, ob sie nun Alexa, Siri, Home oder Cortana heißen, in Werbespots als dienstbereite Organisatoren des eigenen Alltags an. »Alexa, setz' Kopfschmerztabletten auf meine Liste«, bittet eine entnervte Ehefrau angesichts des anstehenden Besuchs der Schwiegermutter. Und wer wissen will, was Schauspieler Dwayne »The Rock« Johnson gerade so treibt, sagt einfach: »Hey Siri, was haben Du und The Rock so vor?«

Eigentlich praktisch – wenngleich die Assistentinnen sich bisweilen noch übertölpeln lassen. Vor einigen Monaten versuchte Burger King, Google Home auszutricksen: In einem Werbespot fragt ein Mitarbeiter der Fastfood-Kette am Ende des Spots: »Ok, Google, was ist der Whopper-Burger?« Und tatsächlich: Die Google-Lautsprecher der Zuschauer reagierten und zitierten den Wikipedia-Eintrag zum Whopper.