IoT und Industrie 4.0 Bosch setzt auf Cloud von IBM

Vergangenes Jahr hatte Bosch noch angekündigt, eine komplett eigene Cloud errichten zu wollen. War diese Ankündigung vielleicht doch zu vollmundig?

Zumindest in einem Teilbereich arbeitet Bosch jetzt mit IBM zusammen und setzt auf deren Rechen- und Speicherressourcen. Es geht dabei um die »Bosch IoT Suite« und um die Verteilung automatischer Software-Updates für Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Als einer der bedeutendsten Automobil-Zulieferer hat Bosch es hier nicht nur mit ein paar Industrie-Steuerungen zu tun, sondern mit Fahrzeugflotten, die in die Millionen gehen können. Um Software-Updates in diesem Maßstab zu bewältigen, geht Bosch eine Partnerschaft mit IBM ein und nutzt als Infrastruktur die Bluemix-Cloud von IBM. Bluemix ist eine »Platform as a Service«, auf der man Apps entwickeln, ausführen, bereitstellen und verwalten kann. IBM stellt dazu verschiedene Programmiersprachen wie Java, Node.js, Go, PHP, Python u.a. zur Verfügung und bietet über 100 Dienste an, mit denen sich die Apps verwalten und verteilen lassen.

Bosch führt nun den »Bosch IoT Rollouts«-Service für Gerätemanagement und Cloud-basierte Software-Updates auf Bluemix und der IBM Watson IoT Platform ein. Kunden beider Unternehmen haben damit über die IBM-Cloud Zugriff auf »Bosch IoT Rollouts« und profitieren von Skalierbarkeit, Flexibilität, Datenschutz und Sicherheit. 

Mit der Kooperation wollen Bosch und IBM Automobilhersteller in Lage versetzen, ihre Software-Updates für Millionen von Fahrzeugen im Voraus zu planen und so zu organisieren, dass die Fahrzeuge dazu nicht in die Werkstatt müssen. Ein Hausgerätehersteller kann Remote-Updates an Tausende von Waschmaschinen und Trockner schicken. Dadurch erhält jeder Kunde Zugang zu aktuellen Updates. Diese Updates wiederum können neue Funktionen einschließen wie z.B. die automatische Nachbestellung von Waschmittel. 

»Das Internet der Dinge verändert sich selbst und alles um uns herum – im Berufs- und Privatleben. Es werden nur diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die fähig sind, in Ökosystemen zusammenzuarbeiten«, sagt Dr. Rainer Kallenbach, CEO von Bosch Software Innovations. Laut Gartner sollen bis 2020 geschätzte 20,8 Milliarden vernetzte Geräte im Einsatz sein. »Die Kunden erwarten, dass diese Geräte jederzeit über neueste Funktionen und aktuellste Leistungssteigerungen verfügen,« heißt es von Bosch.