IBM und die Hannover-Messe Auf dem Weg zur Digitalen Fabrik

Der Ausstellungsbereich Digital Factory auf der Hannover Messe.
Der Ausstellungsbereich Digital Factory auf der Hannover Messe.

Die Digitalisierung der Fabrik ist ein Schwerpunktthema der Hannover-Messe. Zusammen mit IBM zeigte der Messeveranstalter bereits im Vorfeld wie künstliche Intelligenz in der Fabrik der Zukunft zum Tragen kommt.

Die digitale Fabrik wurde bisher vor allem mit Industrie 4.0 und dem industriellen Internet der Dinge in Verbindung gebracht. Das hat auch viel miteinander zu tun, allerdings gibt es auch noch andere Gesichtspunkte, die auf der kommenden Hannover-Messe vom 24. bis 28. April präsentiert werden: Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Dr. Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbands Software und Digitalisierung beim VDMA, glaubt, dass sich Digitalisierung neben Automation und Energie als dritter übergreifender Messeschwerpunkt etabliert.

Selbstverständlich bestimmt in technischer Hinsicht die Vernetzung den Trend zur digitalen Fabrik. In der Industrie 4.0 soll alles einen digitalen Zwilling bekommen und diese permanente Duplizierung und Synchronisierung funktioniert nur, wenn alle Komponenten ständig online sind. Die Existenz des digitalen Zwillings beginnt allerdings schon, noch bevor das reale Produkt entsteht: Sowohl die Fertigungseinrichtungen als auch die Werkstücke sollen zunächst im Rechner simuliert werden. Der »Digital Twin« soll die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines realen Produkts ebenfalls durchleben: Design­phase, Fertigungsphase, Betriebsphase, End of Life.

Was will der Kunde eigentlich?

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IBM zeigt Digitale Fabrik auf der Hannover-Messe

Im Watson IoT Labor in München wird an Technologien für die Digitale Fabrik gearbeitet. IBM gab im Vorfeld der Hannover-Messe einen Einblick in seine Labors.

Digitale Fabrik bedeutet aber nicht nur Fertigung und Industrie 4.0. In Zusammenarbeit mit IBM demonstrierte die Deutsche Messe aus Hannover, welche vielfältigen Gesichtspunkte die Digitalisierung in der Fabrik umfasst. Die Vorschau fand nicht zufällig in der Watson-IoT-Zentrale in München statt, die IBM erst kürzlich eröffnet hat. Laut IBM erklärten in einer Umfrage 80 Prozent der Lieferanten, dass sie davon überzeugt seien, sie lieferten genau das, was die Kunden brauchen. Aus Kundensicht fiel die Umfrage ganz anders aus: Nur 8 Prozent der Kunden antworteten, ihre Lieferanten würden genau das liefern, was sie benötigen. Die digitale Fabrik beginnt also bereits beim Design der Produkte und bei der Analyse des Kundenbedarfs.

Das Thema »digitaler Zwilling« wird einen der Schwerpunkte bei IBMs Messeauftritt in Hannover bilden. Kein Wunder, bietet IBM doch die entsprechende Infrastruktur an, um komplexe Simulationen und unternehmensweite Entwicklungsprozesse zu steuern.

Eng verknüpft mit dem digitalen Zwilling ist die Rückverfolgbarkeit, die »Traceability«. Ist sie gegeben, dann lässt sich im Falle eines Fehlers, von Produktionsstreuungen oder anderen unerwarteten Ereignissen analysieren, wo die Ursache liegt. Die bei der Rückverfolgbarkeit anfallenden Daten sollen nun aber auch noch in einen Data Store eingespeist werden, sodass diese Daten maschinell analysiert und auf Zusammenhänge untersucht werden. Damit können dann Muster erkannt werden, die sonst nicht erkennbar sind.