Neuer Prozessor »Atomwaffe« gegen ARM und TI

Die Super-Stromsparplattform von Intel - bisher unter dem Codenamen »Menlow« bekannt - kommt als »Centrino Atom« auf den Markt. Sie richtet sich weniger gegen AMD und VIA, sondern wildert eher in den Gefilden von ARM und Texas Instruments.

Auf dem Intel Developer Forum in Schanghai wurde der Chip jetzt der Öffentlichkeit und der Entwicklergemeinde vorgestellt. Im Vorfeld sickerten bereits zahlreiche Details durch, so z.B., dass der Prozessor etwa 2 W verbraucht.

Die Menlow-Plattform besteht aus dem Single-Core-Prozessor Silverthorne und dem »Ein-Chip-Chipsatz« Poulsbo. Mit diesen Komponenten lässt sich ein System aufbauen, das - ohne Display - unter 10 Watt verbraucht. Das Gesamtkunstwerk aus Prozessor und Chipsatz heißt »Intel Centrino Atom Technology«, der Prozessor trägt den Namen »Intel Atom Processor« und der Companion-Chip ist der »Intel System Controller Hub«.

Bei üblichen Anwendungen wie E-Mails lesen/schreiben, Internet-Browsing usw. benötigt der Atom-Prozessor nur 0,16 bis 0,22 Watt, im Leerlauf begnügt er sich mit 0,1 Watt. Zugeschaltetes Hyperthreading verbraucht weitere 0,2 bis 0,24 Watt. Der zugehörige System Controller Hub ist nicht so genügsam: Sein typischer Verbrauch liegt bei etwa einem halben Watt, die Maximallleistung bei über einem Watt. Das liegt daran, beim Companion-Chip ein älteres Herstellungsverfahren zur Anwendung kommt.

»Chipsatz on a Chip«

Der zum Atom-Prozessor gehörende System Controller Hub (SCH) vereint North- und Southbridge, Grafikprozessor und Speichercontroller. Der integrierte DirectX9-Grafikprozessor hat einen Videobeschleuniger, um HD-Video bis zum 720p-Format ruckelfrei decodieren zu können. Folgende Peripherieschnittstellen sind im SCH enthalten:

 

  • 2 PCI-Express-x1-Ports,

 

 

  • 8 USB-2.0-Hostanschlüsse, 2 USB-2.0-Clients,

 

 

  • 3 SD/MMC-Ports

 

 

  • 400/533-MHz-Speicherbus für bis zu 1 Gbyte DDR2,

 

 

  • ein IDE-Kanal Parallel-ATA 100,

 

 

  • HD-Audio

 

Interessant an dieser Auflistung ist, was fehlt: Ethernet und Serial-ATA. Die Abwesenheit von Serial-ATA ist ungewöhnlich, relativiert sich aber angesichts der Tatsache, dass die meisten Geräte eher mit Flash-Speicher als mit Festplatte auf den Markt kommen dürften.Alternativ zum neuen System Controller Hub kann der Atom-Prozessor auch mit den - mehr Strom ziehenden - Chipsätzen 945GME oder der mobilen Variante des 965 zusammengeschaltet werden. In diesen Chipsätzen sind Serial-ATA-Schnittstellen enthalten.