Desaster für Microsoft? Analyst: Windows 8 ist »größter Produktflop seit 'New Coke'«

Die Kacheloberfläche – Charakteristikum von Windows 8
Die Kacheloberfläche – Charakteristikum von Windows 8

Das zum Teil desaströse Feedback von PC-Herstellen, Analysten und Kunden auf Windows 8 hat Spuren hinterlassen: In einem Blog-Eintrag erklärte Microsofts Marketing-Chefin Tami Reller, noch 2013 ein »Windows Blue« genanntes Update rausbringen zu wollen, mit dem »Schlüsselaspekte« verändert werden sollen.

Microsoft versucht schon länger, sein Debakel durch vermeintlich positive Verkaufszahlen zu verbergen. Mit der Ankündigung von Windows Blue erklärte Reller, dass seit der Einführung von Windows 8 100 Millionen Lizenzen verkauft wurden. Diese Zahl entspricht in etwa der Zahl, die nach der Einführung von Windows 7 im gleichen Zeitraum verkauft wurde. Was Reller allerdings verschwieg, war die negative Entwicklung der Verkaufszahlen: Die ersten 40 Millionen wurden bereits im ersten Monat verkauft, seitdem hat sich der Absatz deutlich verlangsamt.

Enttäuschend lief das Geschäft vor allen Dingen mit Touch-PCs und Tablet-PCs. Die Marktforschungsfirma Strategy Analytics publizierte neue Zahlen, nach denen der Marktanteil von Windows 8 bei Tablets im ersten Quartal 2013 nur 7,4 Prozent betrug. iPads und Android-basierendeTablets erzielten zusammen 92 % Marktanteil.

Noch schlechter sieht es für Geräte mit Windows RT aus: Die fehlende Rückwärtskompatibilität zu für x86-Prozessoren entwickelte Windows-Programme kann offenbar auch nicht durch ein für ARM-Prozessoren entwickeltes Office-Paket aufgefangen werden. Acer-CEO Jim Wong hat jedenfalls keine Pläne für RT-Geräte und drückte dieses auch sehr deutlich aus: »Ehrlich gesagt hat es keinen Wert, Hardware für die aktuelle Windows-RT-Version zu entwickeln.«

Analyst Richard Doherty von der »Financial Times« vergleicht Microsofts Windows-8-Desaster gar mit dem Gau, der 1985 der Coca-Cola-Company widerfuhr, als sie eine neue Cola mit dem Namen »New Coke« einführen wollte. Der gegenüber der »alten« Cola veränderte Geschmack verärgerte die Cola-Trinker derartig, dass der Hersteller schon nach weniger als 3 Monaten wieder auf die alte Rezeptur wechselte.

Konkrete Einzelheiten zu den geplanten »Schlüsselaspekten«, die bei Windows Blue verändert werden sollen, nannte Marketingchefin Reller nicht, ebenso wenig leugnete sie die Probleme vieler Kunden: »Die Lernkurve ist real.«