Server-Prozessor AMD kündigt Opteron-Prozessor mit ARM-Kernen an

Der Opteron A1100 enthält 4 oder 8 ARM Cortex-A57, die mit 2 GHz oder mehr getaktet werden.
Der Opteron A1100 enthält 4 oder 8 ARM Cortex-A57, die mit 2 GHz oder mehr getaktet werden.

AMD präsentierte auf dem Open Compute Summit in San Jose eine Entwicklungsplattform für seinen ersten ARM-Serverprozessor. Lösungen auf Basis des Opteron A1100 genannten SoCs sollen dabei nur noch 1/10 eines Intel Xeon-Proezssors kosten.

Der Prozessor-Hersteller AMD hat rund 15 Monate nach seinem Schwenk zur ARM-Architektur eine erste konkrete Produktankündigung vorgenommen. Der neue Prozessor heißt Opteron A1100 und wird im 28-nm-Prozess bei Jeweils zwei Cores teilen sich einen 1 MB großen L2-Cache, dazu kommt für alle Cores ein geteilter L3-Cache mit bis zu 8 MB. Ein neu entwickleter Speicher-Controller unterstützt sowohl DDR3- als auch DDR4-Speicher, der über eine 128 bit breite Schnittstelle angebunden wird. Eine von AMD angebotene Referenzplattform unterstützt pro SoC bis zu 128 GB DDR3 Speicher in Form von DIMMs (neben SODIMMs können auch UDIMMs und RDIMMs eingesetzt werden).

Auf dem SoC befinden sich weiterhin ein PCI2-3.0-Controller mit 8 Leitungen (Konfiguration 1x8 oder 2x4) sowie ein 8-Port-SATA-Controller mit einem maximalen Durchsatz von 6 Gbit/s. Die On-Chip-Schaltmatrix soll diese Geschwindigkeit auf allen 8 SATA-Ports erreichen, vermutlich ein Ergebnis der Aquisition von SeaMico. Dazu kommen 2 !0-GbE-Ethernet-Ports und ARMs TrustZone-Technologie.

Bei einer vergleichbaren maximalen Leistungsaufnahme (TDP) erreicht der Opteron A1100 eine deutlich höhere Rechenleistung als der auf den x86-Jaguar-Cores basierende Opteron X2150. Auf letzterem kommen 4 mit jeweils 1,9 GHz getaktete Jaguar-Cores zum Einsatz, was in Summe eine SPECint_rate von 28,1 ergibt (7 pro Core) – bei einer TDP von 22 W. Der A1100 soll eine SPECint_rate von 80 erreichen (10 pro Core), das ganze bei einer TDP von 25 W. Die Energieeffizienz (Rechenleistung/W) ist damit bei dem ARM-basierenden SoC fast 3x höher als bei AMDs x86-Chip.

Im Vergleich zu Intel-Xeon-basierenden Lösungen soll eine A1100-Lösung laut AMD rund zehnmal billiger sein – sicher auch eine Folge der höheren Integration auf dem SoC, Wir rechnen mit einem Verkaufspreis von rund 100 US-Dollar, wozu sich AMD aber offiziell ausschweigt.

Auf einer Folie zeigte AMD, warum man glaubt, dass ARM langfristig gegen Intel gewinnen wird: 2013 wurden etwas über 13 Millionen x86-basierende Server-CPUs verkauft, dagegen rund 8 Mrd. Chips mit ARM-Cores. Angeblich – und das ist sehr interessant – wollen laut AMD, dass OEMs, ODMs als auch die größten Großkunden wollen, dass sich die ARM-Architektur durchsetzt. Erklärt werden würde dies dadurch, dass sie im ARM-Universum diverse Alternativen hinsichtlich des Chip-Einkaufs haben, während im x86-Bereich Intel mehr oder weniger eine Monopolstellung innehat.

AMD erwartet bis 2019 einen Anteil von 25 % ARM-basierender Server-Chips mit sich selbst in führender Position in diesem Marktsegment. Es bleibt abzuwarten, ob dies tatsächlich eintreffen wird – AMDs Erfolg oder Mißerfolg wird maßgeblich davon abhängen, was andere ARM-Lizenznehmer wie Qualcomm dem OpteronA1100 und seinen Nachfolgern entgegenzusetzen haben.

Erste Samples der Prozessors soll es noch in diesem Quartal geben, zusammen mit einer Entwicklungsplattform in Form eines Eval-Boards und zugehöriger Software. AMD arbeitet außerdem mit anderen Firmen zusammen, um ein funktionierendes Ökosystem von Entwicklungssoftware zu erzeugen, das für die Entwicklung von Software für das 64-bit-ARM-System nötig ist: Compiler, Simulatoren, Hypervisor, Betriebssysteme und Anwendungssoftware. Sicher ist schonmal die Unterstützung der von Red Hat gesponserten Fedora-Community für ein Linux-Betriebssystem. AMD zielt mit dem neuen Prozessor auf die Hoster von Web-Servern und Datenspeichern.

Das Eval-Board ist ein Micro-ATX-Board und enthält neben dem A1100-Prozessor:

  • 4 Registered DIMM-Sockel für bis zu 128 GB DDR3-DRAM ,
  • PCI-Express-Anschlüsse, die als Single-x8- oder Dual-x4-Lane konfigurierbar sind,
  • 8 Serial-ATA-Anschlüsse,
  • Kompatibilität mit Standard-ATX-Netzteilen,
  • Standard UEFI-Boot-Umgebung,
  • Linux-Distribution auf Fedora-Basis mit Apache Web Server, SQL-Datenbank und PHP,
  • Java-7- und Java-8-Versionen für 64-bit ARM,
  • Standard Linux GNU-Tools inkl. Cross-Entwicklungsumgebung,
  • die nötigen Treiber.