Kontron »Ab 2014 wollen wir wieder Geld verdienen«

Rolf Schwirz, CEO und Dr. Jürgen Kaiser-Gerwens, Finanzvorstand von Kontron.
Rolf Schwirz, CEO und Dr. Jürgen Kaiser-Gerwens, Finanzvorstand von Kontron.

Kontrons neuer CEO Rolf Schwirz betrachtet 2013 als ein »Jahr der Transformation«. Seiner Meinung nach muss mehr passieren, als das bisher geplante Restrukturierungsprogramm SHAPE vorsieht.

Die Bilanz des Geschäftsjahres 2012 sieht alles andere als rosig aus: Der Umsatz ging um 7 Prozent zurück und das Ergebnis ist erstmals seit dem Börsengang negativ. Zwar ist das zu einem Teil Einmaleffekten geschuldet, die mit der Schließung von Standorten und den USA und der Schweiz zusammenhängen, doch auch ohne diese Effekte wäre der Umsatz um 4 % zurückgegangen. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Kontron rund 80 Prozent seines Geschäfts in Europa und den USA abwickelt – und beide Regionen schwächelten im vergangenen Jahr. Besonders in die industriellen Automatisierung und im Gaming-Geschäft (Spielkasinos) ging der Umsatz zurück.

Zwar hatte der scheidende Vorstandsvorsitzende Ulrich Gehrmann noch das Restrukturierungsprogramm SHAPE eingeleitet, doch sein Nachfolger Rolf Schwirz, glaubt, dass das nicht genügt. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, das Konglomerat von Standorten, rechtlichen Einheiten und regionalen Organisationen, aus denen Kontron besteht, organisatorisch zusammenzuführen. Denn Kontron hatte viele Zukäufe getätigt und hat so mit einer historisch bedingten Vielfalt an Standorten und Einheiten zu tun. »Jede dieser rechtlichen Einheiten erbringt fast die gesamte Wertschöpfungskette,« hat Schwirz analysiert. »Das müssen wir auf den Prüfstand stellen«. Als Beispiel nennt der, dass die Entwicklungsingenieure von Kontron auf 18 Standorte verteilt sind. Außerdem könnten die regionalen Organisationen von Kontron nicht richtig zusammenarbeiten, weil die IT-Infrastrukturen und Geschäftsprozesse historisch gewachsen und nicht angeglichen seien.

Aus diesem Grund erarbeitet der Vorstand derzeit ein erweitertes Restrukturierungsprogramm. Die Ergebnisse sollen Ende April 2013 bekanntgegeben werden.