Embedded Computer Aaeon möchte zu den Top 3 gehören

Fabrizio Del Maffeo, Europa-Manager von Aaeon: »Wer etwas verkaufen will, muss lokal präsent sein«.
Fabrizio Del Maffeo, Europa-Manager von Aaeon: »Wer etwas verkaufen will, muss lokal präsent sein«.

Mit einem neuen Management will Aaeon das Europa-Geschäft ausweiten. Ein neuer Manager, der von Advantech kommt, hat ambitionierte Wachstumsziele.

»Die nächsten fünf bis sechs Jahre werden das 'golden age' des Computings,« glaubt Fabrizio Del Maffeo, neuer Europa-Geschäftsführer des taiwanischen Computerherstellers Aaeon. Gründe dafür sei die Digitalisierung des Alltags durch das Internet of Things und Entwicklungen wie Smart Cities. Mit 11.000 Angestellten gehört Aaeon zu den großen Herstellern. Im Portfolio findet sich ein breites Angebot vom Modulen und Boards über Industrie-PCs und Tablets bis hin zu Netzwerk-Infrastruktur, Massenspeichersystemen und industrietauglicher Server-Hardware. Doch in Europa konnte Aaeon nie so recht Fuß fassen.

Das soll sich jetzt ändern. Seit September ist der vorher bei Advantech tätige Fabrizio Del Maffeo Geschäftsführer bei Aaeon in Europa. Sein Credo: »Niemand kann so gut Computer herstellen wie die Taiwaner. Aber Geschäfte sind lokal.« Dass Aaeon in Europa nicht sonderlich erfolgreich war, liegt seiner Meinung nach daran, dass es nicht reicht, ein taiwanisches oder US-Geschäftsmodell nach Europa zu transferieren. »Die haben nicht verstanden, dass Europa aus 24 Ländern besteht und dass man überall vor Ort präsent sein muss, wenn man etwas verkaufen will,« sagt Maffeo. Doch nun sei das Management ausgewechselt, eine neue Unternehmenskultur werde etabliert. Und die soll so aussehen, dass Maffeo in Europa freie Hand hat, wie er das Geschäft aufzieht. Bisher gibt es drei Aaeon-Büros in Europa: je eines für Deutschland, die Niederlande und Frankreich. Ein weiteres wird derzeit in Italien eröffnet. In zehn weiteren europäischen Ländern sollen lokale Geschäftsstellen aufgebaut werden, u.a. in Skandinavien (Schweden), Irland, dem UK und in Polen. Deutschland soll für Aaeon der Wachstumstreiber in Europa werden.

Bis 2019 will das Unternehmen in Europa einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar erzielen und damit zu den drei größten Herstellern von Embedded-x86-Boards und -Modulen in Europa gehören. Und es sieht offenbar auch gar nicht so schlecht aus: Von 2013 auf 2014 konnte Aaeon den Umsatz in der deutschsprachigen DACH-Region um 60 Prozent steigern. »Das haben wir geschafft, indem wir einige große, marktführende Unternehmen als Kunden gewonnen haben,« sagt Volkmar Kaufmann, Regional Manager für Zentraleuropa.

Seit 2011 ist Aaeon Teil der Asus-Gruppe. Die Wachstumsstrategie sieht offenbar so aus, dass man neue Kunden über den Preis gewinnen will. »Wir können in diesem fragmentierten und von kleinen Stückzahlen geprägten Markt Massenprodukte mit den entsprechenden Skalierungseffekten anbieten,« sagt Maffeo. Mit anderen Worten: Standardprodukte zum günstigen Preis statt teuer entwickelter und produzierter Ware, die kundenspezifisch angepasst ist.