Boarddesigner aufgepasst! Zielvorgaben – ein Spagat für jeden Designer

Alfred Goldbacher, Ressortredakteur der Fachzeitschrift Elektronik
Alfred Goldbacher, Ressortredakteur der Fachzeitschrift Elektronik

Jeder Geräte-Entwickler steckt in der Zwickmühle, nachdem er zwar ein schickes Gerät designen soll, dabei aber die Kosten im Auge behalten muss. Die Spezifikation ist ellenlang, das Einhalten von zig Normvorschriften selbstredend. Und dann gibt es da auch noch Zeitvorgaben, die einzuhalten sind.

Problematisch wird das Ganze, wenn das Produkt nicht einfach nur als Gerät, sondern als Hardware mit Betriebssystem und Anwendungssoftware konzipiert ist. Nicht nur, dass damit verschiedene Abteilungen in einem Unternehmen miteinander kooperieren müssen, sie müssen das Gebilde auch zum Zeitpunkt x so optimiert haben, dass Hardware und Software ein Ganzes ergeben. Auch heute noch können die Software-Entwickler erst richtig mit der Software-Implementierung beginnen, wenn erste Hardware-Muster vorliegen.

Simulationen sind beliebt und unerlässlich, aber sie ersetzen keine rellen Testläufen am funktionierende Hardware-Muster. Und selbst dann, wenn diese Muster einwandfrei laufen, muss man diese noch Wochen oder Monate lang unter verschiedensten Randbedingungen einem Dauertest unterziehen, damit man sicher sein kann, dass die Geräte die gesetzlich vorgeschriebenen Garantiefristen überhaupt überleben.

Die Produkte, die es zu designen und zu fertigen gilt, müssen Jahre oder sogar Jahrzehnte lang einwandfrei funktionieren. Wenn in dieser Zeitspanne doch etwas kaputt geht, muss der Hersteller adäquaten Ersatz sicherstellen. Angesichts der vergleichsweise kurzen Laufzeiten, innerhalb derer Halbleiterhersteller ihre Fertigungsprozesse laufen lassen und durch verbesserte Technologien ersetzen, kann das schnell zu einem Problem werden.  Die Systementwickler müssen deshalb auch ständig darauf achten, dass sie keine Bauteile in neue Projekte eindesignen, die in wenigen Jahren bereits durch neue Bausteingenerationen ersetzt werden.